Pannen im Fall Lügde: Lippes Polizei sucht Antworten für U-Ausschuss

Erol Kamisli und Janet König

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Akten zum Missbrauchsfall - © Bernhard Preuß
Akten zum Missbrauchsfall (© Bernhard Preuß)

Detmold. Zwei anstrengende Wochen liegen hinter der Kreispolizeibehörde Lippe. Der Untersuchungsausschuss zum Fall Lügde hat Unterlagen - basierend auf einem Fragenkatalog mit 61 Punkten - angefordert. Die lippische Behörde hat das gesamte Material gesammelt, das den Fall Lügde betrifft. Jetzt endete die Abgabefrist.

„Das war ein ganz schöner Kraftakt", sagt Polizeisprecherin Laura Merks. Jeder einzelne von rund 450 Beamten habe seinen Rechner nach Mails oder anderen Dokumenten zum Fall Lügde durchsuchen müssen. Mehr als 1500 Mails seien bisher zusammengekommen. „Einzelne Beamte, die gerade im Urlaub sind, können nachliefern." Ein sechsköpfiges Team sei ausschließlich dafür zuständig, das angelieferte Material zu sichten und für die Weitergabe nach Düsseldorf aufzubereiten. Schließlich wolle der Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA), der auch die Rolle von Staatsanwaltschaft, Jugendämtern und Landesregierung ins Auge fasst, keinen Schriftverkehr doppelt vorliegen haben.

Nichts darf mehr gelöscht werden

Gerade für die sechs Beamten hätte dies viel Mehrarbeit und teils Überstunden bis in die Nacht bedeutet. „Das hatte natürlich oberste Priorität – die Zusammenarbeit lief aber sehr gut", sagt Merks. Seit dem Einsetzen des Untersuchungsausschusses dürfe kein dienstlicher Vorgang zum Fall Lügde mehr gelöscht werden – sei es Mail, Brief oder SMS. „Dies war ja die erste Anfrage, das wird uns noch eine Weile beschäftigen."Die Situation sei eine Herausforderung, da Beamte in der Regel selten mit der Belieferung für einen PUA konfrontiert würden.

Nur die neue lippische Polizeichefin Margit Picker und Teamleiterin Verena Mertens seien damit in Düsseldorf durch den Fall des islamistischen Attentäters Anis Amri und die Kölner Silvesternacht 2015 in Berührung gekommen. Merks: „Diese Erfahrung war sehr hilfreich." Inzwischen liegen die Unterlagen aus Lippe beim LKA in Düsseldorf. „Wir überprüfen alles und geben es dann ans Innenministerium", sagt Sprecher Frank Scheulen. Das betreffe das Material für alle 47 Polizeibehörden in NRW. Denn viele seien mit Lügde – allein durch die Sichtung der Kinderpornografie – betraut gewesen.

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