Der Köterberg ist ab Freitag für Auto- und Motorradfahrer tabu

Martin Hostert

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Ab Freitag, 3. April, ist der Köterberg in Lügde nur noch zu Fuß erreichbar. - © Wolfgang Furmanski
Ab Freitag, 3. April, ist der Köterberg in Lügde nur noch zu Fuß erreichbar. (© Wolfgang Furmanski)

Lügde. Die Stadt Lügde schließt ab Freitag die Zufahrt zum Köterberg. Sehr viele Leute seien am vergangenen Wochenende, vor allem mit Motorrädern, unterwegs gewesen und hätten bei Pausen und Spaziergängen auf Lippes höchstem Berg die Abstandsvorschriften in Corona-Zeiten missachtet. Dies lasse angesichts der Wettervorhersage fürs kommende Woche erneut Hunderte von Besuchern erwarten.

Die Stadt bezieht sich auf die Coronaschutzverordnung in Verbindung mit dem Infektionsschutzgesetz, demnach darf das Ordnungsamt generelle Betretungsverbote für bestimmte öffentliche Orte aussprechen. Manfred Engel, Leiter des Fachbereichs Ordnung, geht angesichts der angesagten frühsommerlichen Temperaturen davon aus, dass viele, insbesondere Motorradfahrer, den Köterberg als Ziel anfahren werden. Dies widerspreche der vom Land erlassenen Verordnung zum Schutz gegen das Coronavirus, nach der Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich verboten sind. Auch am vergangenen Wochenende seien dort oben Grüppchen angetroffen worden – auch, um am Sonntag ein wenig Schnee zu erleben.. „Da haben wir das Gespräch gesucht und um Verständnis gebeten. Das hat auch geklappt." Verwarnungen und Bußgelder habe es nicht geben.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei werden kontrollieren, ob die Sperrung eingehalten wird, sie wird bis einschließlich Sonntag, 19. April, gelten. Der Köterberg wird also in dieser Zeit nur noch zu Fuß erreichbar sein .„Für Motorradfahrer gibt es ja auch andere schöne Strecken," sagte Engel. Die Stadt Lügde bittet um Verständnis für diese Entscheidung. Ein Verstoß werde mit einer „nicht unerheblichen Geldbuße" geahndet, für Zusammenkünfte oder Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen würden für jeden Beteiligten 200 Euro fällig.

Auch die Gastronomie auf den Gipfel ist in dieser Zeit geschlossen. Gastwirt Rudi Brand und seine Familie nutzen die Zeit, um zu renovieren, Wege zu pflegen, Bäume zu schneiden, Blumen zu pflanzen. „Damit unsere Gäste, wenn sie bald wiederkommen, schöne Blumen erwarten", sagte Rudi Brand.
Es sei schade, aber er habe auch den Kiosk und die Toiletten schließen müssen. Dass die Gäste wiederkommen, daran habe er keinen Zweifel: „Unsere Stammgäste sind treu." Die Köterbergstraße sei seit Kriegsende 1945 erstmals aus anderen Gründen als wegen zu viel Schnee gesperrt.

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