Strengere Regeln für den Wasserpark in Währentrup

Karin Prignitz

Im Park gibt es unterschiedliche Themengärten, die je nach Jahreszeit blühen.  - © Gunter Held
Im Park gibt es unterschiedliche Themengärten, die je nach Jahreszeit blühen.  (© Gunter Held)

Oerlinghausen. Rosen blühen in bunter Pracht, exotische Gehölze, wohin das Auge schaut, Wasserlandschaften, über die Brücken führen, mit Grün überdachte Laubengänge, Spazierwege, Spielwiesen und Bänke, auf denen sich die Besucher ausruhen und auf denen sie die prachtvolle Umgebung genießen können. Der Wasserpark in Währentrup ist nach wie vor ein Anziehungspunkt für Menschen von nah und fern. Immer wieder aber hat es auch Ärger um das von Unternehmer Bernhard Schulz geschaffene Kleinod gegeben.

Seit Anfang August steht ein neues großes Schild vor dem Park. Mit neuen Regeln für die Besucher, über die in den sozialen Netzwerken und auch unter den Parkgästen munter diskutiert wird. Seit dem Jahr 2005 hat Bernhard Schulz den Park mit seinem ständig wechselnden Bewuchs nach und nach gestaltet und erweitert. Weil es immer mehr Menschen dorthin zog, klagten die Anwohner in Währentrup schon bald über zu viel Lärm und zugeparkte Straßen.

Um Ärger und stetige Auseinandersetzungen zu vermeiden, entschloss sich der Betreiber im Mai 2011, den Park nur noch während der Woche zu öffnen. Vor vier Jahren schloss Schulz seinen Wasserpark nach einem Zwist mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe für kurze Zeit sogar komplett. Im Kern war es damals um die ehemalige Pferdewiese Ellernkamp gegangen, die Schulz in einen Kunstpark umwandeln wollte, was schließlich auch geschehen ist.

In der Folgezeit lief alles einigermaßen ruhig. Die erneute Schließung vor einigen Wochen habe einen anderen Grund gehabt, bestätigt Bernhard Schulz. „Wir haben wegen der Entwicklung der Coronafälle bei den fleischverarbeitenden Betrieben im Kreis Gütersloh geschlossen." Anfang August hat der Wasserpark seine Pforten wieder geöffnet. Allerdings mit strengeren Regeln für die Besucher. Sie sind auf dem neuen Schild vor dem Parkeingang nachzulesen.

Hundehaufen blieben liegen

Weiterhin, so ist dort zu lesen, könne der Park kostenlos besucht werden. Zu beachten sei aber die Hausordnung. Und die besagt nun, dass „ab sofort Hunde und Fahrräder im Wasserpark verboten sind". Bernhard Schulz berichtet von häufigem Ärger, weil Hundehalter die Haufen ihrer Vierbeiner einfach liegenlassen. Unappetitlich und unästhetisch sei das, beklagten einige Gäste. Zumal viele von ihnen mit kleinen Kindern im Park unterwegs sind. In der Facebookgruppe wird gemunkelt, dass Gärtner nach dem Mähen der Rasenfläche die unschönen Hinterlassenschaften der Vierbeiner aus den Mähern pulen mussten.

Deshalb ist das Verständnis über die strikteren Maßnahmen insgesamt groß. Bernhard Schulz hätte gar nichts dagegen, dass Hunde mitgeführt werden, „wenn alle die Hundehaufen auch wieder entfernen". Auch bei Fahrradfahrern möchte Schulz nicht von einem Zwang sprechen. „Wir achten nicht pedantisch darauf." Allerdings sei es notwendig, dass die Radfahrer keinen anderen Besucher gefährden.

Was es auf jeden Fall nicht mehr geben wird, sind Sondergenehmigungen für Hochzeiten und sonstige Feiern. „Teilweise war noch abends um 23 Uhr Krach", berichtet Schulz von Gruppen, die sich nicht an die Zeiten gehalten haben. Die Lärmbelästigung sei einfach zu groß gewesen. Auf dem Schild wird zudem darauf hingewiesen, dass die Parkmitarbeiter „nicht zur Unterhaltung von Mitbürgern" beschäftigt seien. Bernhard Schulz versteht zwar, dass es viele Fragen zu den Pflanzen gibt, aber die Zeit der Erklärungen gehe eben von der Arbeitszeit ab.

„Das heißt natürlich nicht, dass niemand mehr eine Frage stellen darf", relativiert Schulz. Insgesamt sieht er die Sache gelassen und kümmert sich derweil viel lieber um seinen neuen Themengarten. „Das ist mein Hobby." Das zunächst „doch etwas dürftig ausgefallene Heidebeet" hat er auf rund 500 Quadratmeter erweitern lassen. Eine Parkerweiterung, das bestätigt Schulz auf Nachfrage, sei momentan aber nicht geplant.

Der besonders gestaltete Wasserpark in Währentrup erfreut sich derweil einer stetig steigenden Beliebtheit. „Es spricht sich rum", sagt Schulz, „deshalb kommen immer mehr Besucher." Vor allem ältere Leute mit Bussen. Vom Hotel Mügge aus spazieren sie hinüber zum Park, auf dem Rückweg geht es zum Kaffeetrinken. Bernhard Schulz freut es, die Hotelbetreiber sicher auch.

Verständnis für neue Regeln

Ein Kommentar von Gunter Held

Mittlerweile ist es wohl jedem Währentruper klar, welch ein Kleinod Bernhard Schulz mit seinem Wasserpark geschaffen hat. Da baut ein Privatmensch auf seinem eigenen Grund und Boden einen außergewöhnlich schönen Park – und öffnet ihn für die Allgemeinheit.

Von Anfang an hat Schulz deutlich gemacht, dass er lieber seine Pläne zurückstellt, als sich den Unmut der Anwohner zuzuziehen. Er hat Währentrup über Oerlinghausen hinaus bekannt gemacht – und reagiert, als das Interesse so groß wurde, dass es zu einer Belästigung wurde.

Als Konsequenz auf den Corona-Hotspot im Nachbarkreis schloss er den Park. Seit kurzem aber ist er wieder zugänglich – mit einigen Änderungen in der Park-Ordnung. Die wurden in den Sozialen Medien diskutiert. Und – höchst ungewöhnlich: Es gab keine polemischen Äußerungen, keine Unflätigkeiten, wie sie sonst bei Facebook an der Tagesordnung sind. Vielmehr äußerten die User Verständnis für die verschärften Regeln. Gut so. Man muss nicht kritisieren um des Kritisierens Willen. Fazit der Debatte: Die neuen Regeln haben einige Unbelehrbare verschuldet.

Information
Der Park ist von montags ab 7 Uhr bis freitags um 16 Uhr geöffnet.

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