Oerlinghausen (kem). Regen, Kälte, Nebelfetzen: Das Wetter am Samstagabend passte genau zu Schottland, fand Nike Alkema, Leiterin der Akademie am Tönsberg. So war die Stimmung in der Hedwigskapelle noch authentischer beim Auftritt der „Pipes and drums of the Celtic Highlanders“. Als Heike Niemann und Gerry Sloan beginnen, mit ihren Dudelsäcken zu spielen, wirkt das zunächst sehr laut, zu laut für die Kapelle. Kein Wunder, ist die „Bagpipe“ (Sackpfeife) doch ein Instrument, das zumeist draußen gespielt wird. Doch schnell haben sich die Ohren der rund 90 Zuhörer daran gewöhnt. Die Gruppe hat die „Highlights der Highlands“ ausgesucht und Moderatorin Jessica Palmberg berichtet, dass dazu nicht nur traditionelle, sondern auch relativ junge Stücke gehören. Wie „Highland Cathedral“, das von zwei deutschen Komponisten für die Highland Games geschrieben wurde und das „ganz schnell zu den beliebtesten und bekanntesten Dudelsackstücken geworden ist. Auch Antonin Dvorak hat mit seiner neunten Symphonie aus der Neuen Welt die Dudelsackspieler zu einer Version seiner Komposition angeregt. Bald hat der dritte Sackpfeifenspieler Kostas Sakkos seinen besonderen Auftritt beim Schreiten durch die Zuschauerreihen nach vorne und er vervollständigt fortan das Trio der Dudelsackspieler, das begleitet wird von Andrew Minns, Max und Martin Kastner auf den „Drums“. Das Lied „Massaker von Glencoe“, bei der erzählt wurde, wie der Campbell-Clan die Angehörigen des MacDonald-Clans niedermetzelte, sang Andrew Minns mit großer emotionaler Beteiligung. Dieses einzige Stück mit Text konnten die Zuhörer gut verfolgen, weil es auf Deutsch übersetzt auf Zettel verteilt wurde. Die auf die Leinwand über dem Altar projizierten Fotos von Motiven aus den Highlands sorgten für eine zusätzliche Einstimmung der Zuhörer, bei denen die abgebildeten Sehnsuchtsorte auch Erinnerungen an eigene Reisen weckten. Der Höhepunkt und Abschluss zugleich war das emotionale „Amazing Grace“, geschrieben von einem Pastor, der zuvor Kapitän eines Sklavenschiffs gewesen war. Trauer, Liebe, Hoffnung und die Beschwörung der Errettung durch Gott wurden durch die Pipes und Drums musikalisch vermittelt. Ein bewegendes Konzert, das Werbung machte für die schottische Musik.