Oerlinghausen. Bei der Kommunalwahl im September wählen die Bürgerinnen und Bürger auch einen neuen Bürgermeister. In einer Interviewreihe stellen wir die zur Wahl stehenden Kandidaten der demokratischen Parteien vor. Alle westlippischen Bewerber haben dieselben Sätze mit der Bitte erhalten, sie spontan zu vervollständigen. Heute: der Oerlinghauser SPD-Kandidat Peter Heepmann. Kommunalwahl 2025 Ich bin in die SPD eingetreten, weil ... ... Oskar Lafontaine den Vorsitz der SPD an Gerhard Schröder abgegeben hat. Dann wurde in der SPD eine ganz andere Politik gemacht. Mit der Ostpolitik von Lafontaine war ich nicht so einverstanden, und dann bin ich erst eingetreten, als wir in der Partei anders gedacht haben. Das war 1998. Am besten entspannen kann ich mich bei ... ... entweder bei einem guten Buch oder einfach im Garten. Gartenarbeit ist einfach total schön. Das dringlichste Thema in der Stadt ist ... ... die Bildung, weil wir unseren Bildungscampus, unsere beiden weiterführenden Schulen, komplett modernisieren und zumindest die Heinz-Sielmann-Schule neu bauen müssen. Für das Bürgermeisteramt qualifiziert mich ... ... dass ich sehr viel politische Erfahrung mitbringe: Seit 2008 bin ich Mitglied des Stadtrats, seit 2020 Fraktionsvorsitzender und in Oerlinghausen gut vernetzt. Durch meine berufliche Erfahrung kann ich eine Verwaltung führen, kenne mich mit Finanzen und Personalführung aus und weiß, wie man Projektmittel gezielt einwirbt und umsetzt. Aus der Haushaltskrise kommt die Kommune ... ... wenn sie vom Bund und vom Land endlich wieder finanziell besser ausgestattet wird. Das prägendste Ereignis während meiner Schul- und Ausbildungszeit war ... ... damals die ganze Diskussion um die Friedensdemonstrationen, an denen ich teilgenommen habe und an die ich mich heute immer noch sehr gut erinnern kann. Das waren schon einschneidende Ereignisse, wenn man das erste Mal demonstrieren ging. Interessanterweise diskutieren wir ja heute eigentlich überhaupt nicht mehr darüber, ob es wieder Mittelstreckenraketen geben soll, sondern nur noch, wann sie wiederkommen sollen. Ich bin jetzt mal gespannt, wie das weitergeht, wenn wir wieder die Wehrpflicht einführen wollen. Politisch gefällt mir am besten an der Stadt ... ... dass der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie den Fraktionen im Rat gut funktioniert – und wir so gemeinsam zu durchdachten und sachlichen Entscheidungen kommen. Privat gefällt mir am besten an der Stadt ... ... da gefällt mir einfach am besten die schöne, wunderbare Natur. Dass man hier wandern und Fahrrad fahren kann. Das ist hier, als ob man in einem Urlaubsort ist. Dazu gehören natürlich auch die kleinen Gassen. Wenn ich spontan einen Tag frei habe – ohne Termine –, dann ... ... fahre ich Fahrrad. Diesen „Fun fact“ über mich wissen die Wähler noch nicht: Als ich mit meiner Frau noch nicht lange zusammen war, sind wir in ihrem Auto nach Berlin gefahren. Bis Magdeburg kannte sie sich auf der A2 sehr gut aus, danach aber gar nicht mehr, und hatte nun Sorge, geblitzt zu werden. Ich habe sie dann aber beruhigen können. Ich habe ihr gesagt: Auf der A2 gibt es keine Blitzer. Ich bin die Strecke schon oft mit dem Zug gefahren. Meinen Gegenkandidaten Carsten Ehmer wünsche ich ... ... dass wir einen sachlichen und fairen Wahlkampf führen – und dass wir uns unabhängig vom Ausgang weiterhin kollegial begegnen können. Diese berühmte Person, egal ob verstorben oder lebendig, würde ich gerne im Stadtrat sehen: Verteidigungsminister Boris Pistorius, weil der seine Linie hat und beibehält. Und das finde ich eben absolut gut. Am Montag nach der Wahl ... ... werde ich – sehr zur Freude meiner Frau – zu Hause mein Wahlkampfbüro auflösen und, wenn alles gut läuft, meinen jetzigen Job kündigen, um die Verantwortung als Bürgermeister für Oerlinghausen übernehmen zu können. Persönlich Der SPD-Politiker ist 58 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter, die seine Frau mit in die Ehe gebracht hat. Außerdem ist er seit vier Monaten Großvater. Er hat in Bielefeld Betriebswirtschaft studiert. Zu seinen Hobbys gehören Fahrradfahren und kochen, außerdem Wassersport. Und mit Tennis möchte er auch wieder anfangen. Er ist stellvertretender Leiter des Hauses Neuland und verantwortlich für Finanzen und die Verwaltung.