Die PARTEI kritisiert die Ausweitung militärischer Übungen in der Senne

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Die „rote Flagge", die Scharfschießen in der Senne anzeigt, wird nach den Plänen der Briten dauerhaft wehen. Geschossen wird dabei ganzjährig sowohl am Boden mit Panzern und Infanterie als auch in der Luft mit Kampfjets und Hubschraubern. - © Die PARTEI Ortsverband Schlangen
Die „rote Flagge", die Scharfschießen in der Senne anzeigt, wird nach den Plänen der Briten dauerhaft wehen. Geschossen wird dabei ganzjährig sowohl am Boden mit Panzern und Infanterie als auch in der Luft mit Kampfjets und Hubschraubern. (© Die PARTEI Ortsverband Schlangen)

Schlangen. Die Pläne der britischen Armee, den Truppenübungsplatz Senne künftig intensiver zu nutzen, stoßen bei der PARTEI auf Kritik. Ihre Ratsfraktion fordert den Gemeinderat auf, in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 11. November, ein deutliches Zeichen gegen die Pläne der Briten zu setzen. Dabei fährt die PARTEI große verbale Geschütze auf, spricht gar von „einem kriegsähnlichen Dauerzustand für die Region".

In einer Pressemitteilung fordert sie einen umgehenden Stopp der Pläne der Briten und die Sennevereinbarung im Sinne der hier lebenden Menschen und der Zukunftsfähigkeit der Region neu zu verhandeln. „Sollten die Militärs an den bekanntgewordenen Plänen festhalten, würde dies nach Meinung der PARTEI das Gleichgewicht zwischen militärischer und ziviler Nutzung der Senne drastisch erschüttern", heißt es. Eine weitere Präsenz der britischen Streitkräfte in der Region wäre den Menschen unter diesen Umständen kaum zumutbar, glaubt die PARTEI.

Massive Beeinträchtigungen befürchtet

Der Ausbau der Senne zu einem Kompetenzzentrum für militärischen Übungsbetrieb durch die Briten sei in vollem Gange. Großflächig seien in den letzten Monaten unberührte Offenlandbereiche durch neue Trainingseinrichtungen zerstört worden. Wochenlange „Kampfhandlungen" fänden inzwischen auch in unmittelbarer Nähe der denkmalgeschützten Kirchenruine in Haustenbeck sowie in den Bachläufen und Tälern der Sennebäche statt. Neu sei der Einsatz von Kampfjets sowie die Pläne zum Ausbau und die militärische Nutzung des Flugplatzes in Bad Lippspringe. Die PARTEI findet das „alarmierend": Es drohe der Verlust einzigartiger Naturlandschaft, massive Beeinträchtigungen und Probleme für die Bevölkerung seien vorprogrammiert.

„Während sich die Briten in den sozialen Medien mit der Qualität der Manöver in der Senne brüsten und deren Pressesprecher den Umstand feiert, dass der Übungsplatz für 2022 bereits ausgebucht ist, sind die Konsequenzen für die Region und die Menschen alles andere als positiv", so Maximilian Scholz, Vorsitzender der PARTEI. „Dass die Bevölkerung durch die Schließung der Senne aus ihrer Heimat ausgesperrt wird, ist dabei noch das geringste Übel. Es drohen den Menschen Krankheit durch andauernden Lärm, sinkende Immobilienpreise und ein Attraktivitätsverlust einer gesamten Region. Dringend benötigte Fachkräfte z.B. werden zukünftig zweimal darüber nachdenken, ob sie gerne in einer „Kriegsregion" leben und arbeiten möchten", meint Scholz.

Das komme allerdings nicht überraschend. In britischen Militärmedien habe man seit langem viel über die Pläne nachlesen können. Den Briten zufolge seien die Mitglieder des Deutsch-Britischen Arbeitskreises, dem die Bürgermeister der Anrainerkommunen, die Landräte und die Bezirksregierung angehören, ebenfalls regelmäßig und frühzeitig informiert worden. Warnungen, wie die der Schlänger Initiative #OPENSENNE, seien von der Politik konsequent ignoriert worden. „Dass sich die Bürgermeister Ulrich Lange und Marcus Püster nun überrascht von der Entwicklung zeigen, wirft kein gutes Licht auf die angeblich vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Briten", so Ratsherr Henning Schwarze. „Wenn die Bürgermeister jetzt plötzlich zum Widerstand gegen die Pläne der Briten aufrufen, klingt dies eher hilflos und soll davon ablenken, dass man absolut nichts unternommen hat, die Region und die Menschen vor den negativen Konsequenzen zu schützen."

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