Tesla-Handschuhfach „Made in Schlangen“

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Geschäftsführer Markus Tack begrüßte SPD-Landtagsmitglied Dennis Maelzer (links) bei Fichtner&Schicht in Schlangen - © Systemadministrator
Geschäftsführer Markus Tack begrüßte SPD-Landtagsmitglied Dennis Maelzer (links) bei Fichtner&Schicht in Schlangen (© Systemadministrator)

Schlangen. Was ist eigentlich eine Galvanoformung? Was hat Tesla mit der Gemeinde Schlangen zu tun? Und warum fallen Hubschrauber bei Regen nicht vom Himmel? Diese und viele weitere spannende Fragen wurden dem lippischen Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer (SPD) bei einem Besuch des Schlänger Familienunternehmens Fichtner&Schicht erklärt.

Das Unternehmen ist ein sogenannter „Hidden Champion" für innovative Galvanoformung und den Werkzeugbau. Galvanoformung dient hauptsächlich zur Erzeugung metallischer Beschichtungen oder zur Herstellung selbsttragender metallischer Werkstücke, meist in Kupfer- oder Nickelhochleistungsbädern. Das Unternehmen wurde 1972 gegründet, ist seit 1976 in Schlangen ansässig, beschäftigt 85 Mitarbeiter und befindet sich seit 2005 komplett im Besitz der Familie Stricker.„Wenn Sie in Europa einen Helikopter sehen, können Sie davon ausgehen, dass der Erosionsschutz an den Rotorenblättern von uns kommt", wird in einer Mitteilung stolz Markus Tack zitiert, neben Jan und Tim Stricker einer der Geschäftsführer des Unternehmens.

Rotoren brauchen Erosionsschutz

Ohne den Erosionsschutz würden Helikopter bei Regen abstürzen, da ihre Rotorblätter platzen würden. Propeller und Rotoren sind aus Sicht von Tack ein Markt mit Chancen: „Die Zukunft des emissionsarmen Flugverkehrs liegt in Rotoren und wird in Schlangen gemacht", erläutert Tack. Düsentriebwerke seien für Elektromobilität nicht geeignet.

„Es ist spannend und toll zu sehen, was für innovative Unternehmen in Lippe ansässig sind. Mir war vor dem Besuch nicht bewusst, dass die Formen für die Handschuhfächer von Tesla oder die Instrumententafeln von VW in Lippe hergestellt werden und dass Airbus ein Partner eines Schlänger Unternehmens ist", so Maelzer.Das Unternehmen liefert Formen und Werkzeuge für große Unternehmen der Autoindustrie oder der Luftfahrt in der ganzen Welt. Die steigenden Energiepreise bereiten dem Unternehmen jedoch große Sorgen, da sie für die Herstellung ihrer Produkte viel Strom benötigen. „Das günstigste Angebot für 2023 liegt sechs Mal so hoch wie aktuell. Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar", so Tack.

Steigende Strompreise

Dem SPD-Abgeordneten bereitet dies Sorge: „Nicht nur für die Bürger sind die stark steigenden Strompreise eine Bedrohung, auch für unsere Unternehmen und die Arbeitsplätze. Strom muss für alle bezahlbar bleiben. Dafür setze ich mich ein", erklärt Maelzer. Darum sei es wichtig, dass die EEG-Umlage für erneuerbare Energien ab 2023 über den Bundeshaushalt und nicht mehr über den Strompreis finanziert werde.

Fichtner & Schicht setzt gleichwohl auf weitere Einsparungen. Künftig sollen die Galvanobecken abgedeckt werden, um Energie zu sparen. Darunter auch das größte Becken, das mehr als 60.000 Liter fasst.

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