Tatort Lippe: Kinderporno-Verdacht gegen Mitarbeiter der Paderborner Polizei

Anneke Quasdorf und Birger Berbüsse

Der Mann war selbst Auswerter für Kinderpornografie. - © picture alliance / Bildagentur-online/Begsteiger
Der Mann war selbst Auswerter für Kinderpornografie. (© picture alliance / Bildagentur-online/Begsteiger)

Paderborn. Schlimme Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter der Polizei Paderborn: Der Mann soll kinderpornografische Bilder gemacht haben. Gegen den 34-Jährigen ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Detmold. Tatort soll Berichten zufolge ein Freibad im Kreis Lippe gewesen sein.

Der Mann war nach Angaben der Paderborner Polizei erst im Juli 2019 als IT-Ermittlungsunterstützer in der Direktion Kriminalität eingestellt worden. Er bereitete Datenträger wie etwa USB-Sticks für die Ermittler auf. Dabei hatte er nicht nur, aber auch mit kinderpornografischem Material zu tun. Es handelt sich nicht um einen Polizeibeamten, sondern um einen Regierungsbeschäftigen.

Bei interner Untersuchung aufgefallen

Bei der internen Untersuchung habe sich dann herausgestellt, dass gegen den Mann ein Strafverfahren im Kreis Lippe anhängig ist. Darüber habe der 34-Jährige im Bewerbungsgespräch keine Angaben gemacht, auch das Führungszeugnis sei unfauffällig gewesen, teilte die Paderborner Polizei dazu mit.

Nachdem sich die Hinweise wegen des Verdachts auf den Besitz von Kinderpornographie erhärtet hätten, habe die Kreispolizeibehörde umgehend reagiert. Der Mitarbeiter sei mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Darüber hinaus habe Landrat Manfred Müller als Behördenleiter ein sofortiges Betretungsverbot für polizeiliche Diensträume ausgesprochen. Die entsprechenden arbeitsrechtlichen Schritte, die zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen sollen, seien ebenso eingeleitet worden. Die Ermittlungen liegen bei der für Verfahren gegen Polizeibeschäftigte zuständigen Kriminalhauptstelle in Bielefeld.

Ralf Vetter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Detmold bestätigte auf Anfrage, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen einen Regierungsbeschäftigten gebe, der für die Kreispolizeibehörde Paderborn tätig war. Der Vorwurf laute: Besitz von kinderpornografischem Material. "Weitere Informationen geben wir im Zuge der laufenden Ermittlungen nicht heraus."

Ob die Aufnahmen aus einem Freibad im Kreis Lippe stammen, wollte Vetter nicht bestätigen. Allerdings wurde im Juni über einen Fall in einem Freibad in Lage berichtet. Hier hatte ein Unbekannter mit dem Smartphone nackte Kinder in den Umkleiden fotografiert. Die Polizei hatte vorübergehend eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet.

Zweiter Kinderporno-Fall in diesem Jahr

Es ist bereits der zweite Kinderporno-Fall in der Paderborner Polizei in diesem Jahr. Im März war ein damals 53-jähriger Hauptkommissar mit kinder- und jugendpornografischem Inhalten erwischt worden.

Er gehörte zu den 100 Adressaten von E-Mails mit solchen Bildern. Der ebenfalls suspendierte Mann hat mittlerweile einen Strafbefehl über 8.000 Euro akzeptiert. Gegen ihn läuft noch ein Disziplinarverfahren.

Weitere Informationen folgen.

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