Verkehrskollaps auf der A2: Transporter kracht in Lkw - weitere Unfälle in der Rettungsgasse

Dennis Rother

- © dpa
Blaulicht (© dpa)

Bielefeld. Einmal mehr brachten am Dienstagmorgen mehrere Unfälle den Autobahnverkehr bei Bielefeld zum Erliegen. Und einmal mehr krachte es auf der A2 in Fahrtrichtung Dortmund zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Ost und Bielefeld-Süd. Bereits am Montag hatte dort ein Zusammenstoß zu zehn Kilometern Rückstau bis auf Herforder Kreisgebiet.

Wie die Autobahnpolizei mitteilt, ging der erste A2-Alarm bei den Einsatzkräften diesmal um 6.18 Uhr ein. Aus noch ungeklärter Ursache war zu diesem Zeitpunkt ein Transporter der Marke Renault, ein Renault Master, wuchtig und somit anscheinend weitgehend ungebremst aufs Heck eines Lkw geprallt.

Zusammenstoß nach Spurwechsel

Polizeisprecher Michael Kötter zufolge war der Renault-Fahrer, ein 22-Jähriger aus Hiddenhausen, nach bisherigen Erkenntnissen zuvor von der mittleren auf die rechte Spur gewechselt. Der Fahrstreifenwechsel klappte zwar, aber der Fahrer übersah offenbar, dass vor ihm auf der Spur ein Laster aus Polen wegen des hohen Verkehrsaufkommens deutlich langsamer unterwegs war.

Der 22-Jährige konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß gegen den Sattelzug. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Nach ärztlicher Behandlung vor Ort kam er per Rettungswagen ins Krankenhaus. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei nach ersten groben Schätzungen auf rund 30.000 Euro.

Verkehr kriecht auf linker Spur am Unfall vorbei

Für Unfallaufnahme sowie Bergung des demolierten Renault mussten die rechte und mittlere Spur sofort gesperrt werden. Zur Absicherung der Unfallstelle war außerdem die Feuerwehr ausgerückt.

Der Verkehr schlängelte darafhin sich von 6.30 bis etwa 9 Uhr einspurig an der Unfallstelle vorbei. Kaum mehr als 10 km/h betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit stundenlang, in der Spitze stockte der Verkehr auf rund elf Kilometern bis hinter die Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe.

Weitere Kollisionen in der Rettungsgasse

Autofahrer mussten in Richtung Ruhrgebiet am Morgen deswegen bis zu einer Stunde mehr Fahrtzeit einplanen, meldete der Landesbetrieb Straßen NRW. Um überhaupt auf die A2 fahren zu können, musste man schon an der Auffahrt Bielefeld-Ost - also an der Lageschen Straße - bis zu 15 Minuten warten.

Die gebildete Rettungsgasse wurde nach der ersten Kollision am Vormittag dann von Rettungswagen und Rüstwagen der Feuerwehr benutzt - und dabei kam es zu zwei weiteren Unfällen.

Lkw-Plane von Feuerwehr-Unimog beschädigt

Der Rettungswagen zerstörte im Vorbeifahren zunächst einen Außenspiegel eines Pkw. "Möglicherweise bemerkte die Besatzung des Rettungswagens nicht, dass der Autospiegel abbrach, denn sie setzte ihre Einsatzfahrt fort", so Michael Kötter. Die Autobahnpolizei nahm die Ermittlungen zu diesem Unfall auf.

Ein Unimog einer Freiwilligen Bielefelder Feuerwehr stieß letztlich in der Rettungsgasse auch noch seitlich gegen zwei Autos. An der linken Seite fuhr das Einsatzfahrzeug gegen einen 5er-BMW eines 51-jährigen Mannes aus Garbsen. An dem BMW wurde die Heckscheibe beschädigt. An der rechten Seite stieß der Feuerwehr-Unimog gegen einen Lkw-Zug eines 31-jährigen Fahrers aus Weißrussland. Dabei wurde ein Stück der Lkw-Plane beschädigt. Der Feuerwehrrüstwagen war nicht mehr fahrbereit, weil Betriebsstoffe auf die Fahrbahn liefen.

Betriebsstoffe laufen auf Fahrbahn aus

Im Anschluss an die erneute Unfallaufnahme waren die Feuerwehr Bielefeld und die Autobahnmeisterei Herford mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Den Sachschaden schätzten Polizeibeamte auf 5.000 Euro. Sie leiteten den Fahrzeugverkehr letztlich weiterhin auf einer einzigen Spur vorbei. Erst ab etwa 10.30 Uhr entspannte sich die Gesamtlage im Bielefelder Osten schließlich langsam.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.