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Herford

Herforder ist Weltmeister im Segeln - und plant dennoch nicht für Olympia

Flensburg/Herford. Gut, dass es mit dem Fußball nicht geklappt hat. „Ich habe kurz in der F-Jugend des TuS Eintracht Bielefeld gekickt. Mehr war da leider nicht“, erzählt Fabian Kirchhoff und muss lachen. Es ist das typische Lachen eines Mannes, der sein Glück längst in einer anderen Sportart gefunden hat – und den Erfolg.

Lehrer in Wahlheimat Flensburg

Schon seit 2012 lebt der ehemalige Herforder Fabian Kirchhoff in Flensburg. Er hat in der nördlichsten Großstadt Deutschlands eine Anstellung als Lehrer an der dortigen Kurt-Tucholsky-Schule gefunden. Kirchhoff lehrt dort die Fächer Deutsch und Sport. Durch seine in Herford an der Hansastraße lebenden Eltern ist aber der Kontakt in die heimische Region nie verloren gegangen.

Segeln am Dümmer See gelernt
Naturbursche aus Herford: Fabian Kirchhoff lernte das Segeln auf dem Dümmer See. - © Thorsten Mailänder
Naturbursche aus Herford: Fabian Kirchhoff lernte das Segeln auf dem Dümmer See. (© Thorsten Mailänder)

Seit früher Kindheit ist der mittlerweile 30-Jährige leidenschaftlicher Segler. „Mit einer Optimisten-Jolle habe ich im Alter von sieben Jahren das Segeln gelernt. Da meine Eltern, Geschwister und ich jedes Wochenende am Dümmer See waren, hatte ich eigentlich keine Wahl“, berichtet Kirchhoff und lacht wieder. Der Wahl-Flensburger erinnert sich daran, dass er sich auch mal als Fußballer versuchte. Doch es war nicht der grüne Rasen, sondern das blaue Wasser, das es ihm angetan hatte.

Liste der Erfolge wird länger

Wohl auch, weil sich der Erfolg früh einstellte. Schon im Kinder- und Jugendalter wurde der junge Herforder Fünfter bei den Internationalen Deutschen Jüngsten Meisterschaften. Ihm gelang der Gewinn des „Goldenen Optis“ in Kiel-Schilksee. Dem nur 2,30 Meter langen Optimisten (Opti) mit einem 3,5 Quadratmeter großen Segel ist Kirchhoff natürlich lange entwachsen. Sein aktuelles Boot, eine Einhandjolle, hat eine Segelgröße von sieben Quadratmetern. Und die Liste seiner Erfolge ist ebenfalls größer und länger geworden.

Weltmeister-Titel nach Deutschland geholt

Den wohl größten persönlichen Triumph feierte Fabian Kirchhoff 2018, als er auf der Ostsee vor Kühlungsborn Weltmeister in der Europe-Klasse wurde. Nach 33 Jahren hatte er damit in seiner Klasse den Weltmeister-Titel wieder nach Deutschland geholt. Ein Jahr zuvor war er noch in Spanien auf den dritten Platz gefahren. Der Herforder gewann in seiner Klasse bei der Kieler Woche. Zahlreiche Landesmeisterschaften gehen ebenfalls auf sein Konto. Sein jüngster Erfolg war der Gewinn der sechsten Deutschen Meisterschaft in der Europe-Klasse auf dem Schweriner See.

Großer Vorsprung vor 53 Konkurrenten

Die Veranstaltung fand über drei Tage statt, an denen es insgesamt acht Wertungsfahrten gab. „Die Voraussetzungen beim Leicht-, Mittel- und Starkwind kamen mit sehr entgegen“, erklärt Kirchhoff. Nach einem Streichergebnis kam es zu sieben Wertungsläufen. Am Ende hatte Kirchhoff, der für die Seglervereinigung (SV) Hüde am Dümmer See an den Start geht, einen großen Vorsprung vor seinen 53 Konkurrenten. Die erst 18-jährige Sophie Menke, ebenfalls SV Hüde, fuhr auf den zweiten Rang. Der junge Bünder Anton Schäffler (16, SV Hüde) wurde 22.

Jetzt auch als Trainer aktiv

Fabian Kirchhoff ist inzwischen nicht nur als Aktiver erfolgreich, sondern auch als Trainer mit der B-Lizenz aktiv. Vordere Platzierungen auf internationaler und nationaler Ebene kann Kirchhoff als Übungsleiter aufweisen. Seine nähere Zukunft sieht er weiterhin bei Welt- und Europameisterschaften und in der Segel-Bundesliga. „Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen plane ich allerdings nicht“, sagt Fabian Kirchhoff. Verständlich, denn die Europe-Klasse ist bisher nicht olympisch.

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