Bielefelder Polizei warnt vor perfider neuer Corona-Betrugsmasche

Jens Reichenbach

Der Täter trug eine Kapuze und eine Maske (Symbolfoto). - © Pixabay
Der Täter trug eine Kapuze und eine Maske (Symbolfoto). (© Pixabay)

Bielefeld. Die Serie der Betrugsversuche in der Stadt enden nicht. Während falsche Polizisten offenbar nicht mehr erfolgversprechend zu sein scheinen, versuchen die Täter neuerdings, sich als todkranke Freundin mit Corona auszugeben. Und der angeblich behandelnde Chefarzt kommt auch ganz schnell ins Spiel. Die Polizei warnt dringend vor dieser neuen Masche.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Hella Christoph meldete sich am Mittwochmittag, 17. November, eine Frau telefonisch bei einer Seniorin, die an der Heeper Straße lebt. Die Frau gab sich als Freundin aus und behauptete, schwer an Corona erkrankt zu sein und dringend Hilfe zu benötigen. Es ginge bereits um Leben und Tod.

Obwohl der Bankmitarbeiter misstrauisch wird, gelingt der Coup

Kurz nach dieser emotionalen Konversation übernahm ein Mann das weitere Gespräch und stellte sich als Professor und Doktor vor. Der vermeintliche Arzt beteuerte, dass es der Freundin sehr schlecht ginge, er ihr aber mit einem teuren Medikament helfen könne. Dafür sollte die Angerufene bei der Bank einen hohen Geldbetrag mobilisieren. Dabei machte der Anrufer der Bielefelderin deutlich, dass sie niemandem etwas davon erzählen solle. Ansonsten könne der Freundin nicht geholfen werden, betonte er. Ohne ihre Hilfe würde die Freundin womöglich sterben.

Die geschockte Seniorin ging umgehend zur Bank, wo ein aufmerksamer Mitarbeiter nach dem Grund für die hohe Abhebung fragte. „Die Bielefelderin hielt sich aus Sorge um das Wohl der Freundin an die Anweisungen der Betrüger und behauptete, sie würde das Geld für sich benötigen", berichtet Polizeisprecherin Christoph.

Die Geldübergabe findet dann zu Hause statt

Die Summe wurde also trotzdem ausgezahlt und die Seniorin übergab ihre Ersparnisse an ihrer Wohnadresse (Heeper Straße / Hönersort) an einen angeblichen Assistenzarzt. Erst am Folgetag fiel der Betrug auf. Der Abholer trug eine Kapuze über dem Kopf und eine Mund-Nasen-Maske. Zeugenhinweise erbittet das Kriminalkommissariat 13 der Polizei unter Tel. (05 21) 54 50.

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