Gütersloh/Dortmund. NRW steckt beim Schulbau im Sanierungsstau. Das zeigt auch die neueste Schulleitungs-Umfrage des Verbandes für Bildung und Erziehung (VBE). Besonders in NRW gibt es Handlungsbedarf: So bemängelten zwei Drittel aller Schulleitungen, dass an ihrer Schule dringende Maßnahmen notwendig wären. Mangelhaft sind auch die Ergebnisse beim Thema Inklusion: So sind in NRW nur 15 Prozent der Einrichtungen vollständig barrierefrei, 57 Prozent nach Ansicht der Schulleitungen überhaupt nicht. 69 Prozent der 263 befragten Schulleitungen in NRW bemängeln den Zustand ihrer Schulen und geben an, dass sie dringende Notwendigkeit für die Instandsetzung von Fenstern und Türen oder Toiletten sehen. Von diesen 69 Prozent sagen erneut 69 Prozent, dass ihnen dafür keine Gelder zur Verfügung stehen. An gut einem Fünftel der Schulen in Nordrhein-Westfalen (21 Prozent) finden gemäß den Angaben der Schulleitungen derzeit Umbaumaßnahmen statt. Jede dritte Schulleitung (34 Prozent) gibt an, dass an ihrer Schule Umbaumaßnahmen in Planung sind. Etwa die Hälfte der Befragten (47 Prozent) sagt, dass an ihrer Schule aktuell weder Umbaumaßnahmen stattfinden, noch in Planung sind. Mittel aus Sondervermögen nur Tropfen auf heißen Stein Drei Viertel der Schulleitungen in Nordrhein-Westfalen (Prozent) bemängeln zudem, dass es an ihrer Schule mit Blick auf neue Lern- und Prüfungskulturen räumlichen Änderungsbedarf gibt. Hier fehlen zum Beispiel Räume oder räumliche Rückzugsmöglichkeiten für Beratungen, Kleingruppenarbeiten oder Ruhezonen. Die Förderbank KfW schätzt den Sanierungs- und Modernisierungsbedarf allein an Schulen bundesweit auf rund 68 Milliarden Euro. Dies ist nach Angaben des Instituts der höchste Rückstand in allen kommunalen Aufgabenfeldern. Für NRW beziffert der Städte- und Gemeindebund den Investitionsrückstand auf „deutlich über 50 Milliarden Euro“. .responsive23-AtMvwf0wwKZvK5RK-atlas-slideshow-schulleiterumfrage { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-AtMvwf0wwKZvK5RK-atlas-slideshow-schulleiterumfrage { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-AtMvwf0wwKZvK5RK-atlas-slideshow-schulleiterumfrage { padding-top: 142.86%; } } Grundsätzlich will NRW zwar auch Mittel aus dem „Sondervermögen Infrastruktur“ gezielt in Kitas und Schulen investieren. 21 Milliarden Euro erhält das bevölkerungsreichste Bundesland insgesamt aus dem Topf. Knapp 13 Milliarden Euro davon, rund 60 Prozent, gehen an die Kommunen. Diesen Betrag stockt das Land nach eigenen Angaben aber um weitere Milliarden auf – überwiegend in Form von Förderprogrammen, auf die sich die Kommunen bewerben müssen. Über Pauschalen gibt das Land aber zehn Milliarden Euro auch direkt an die Kommunen weiter. Das Geld soll zur Hälfte in Schulen, Kitas und den Offenen Ganztag investiert werden. 20 Prozent sind für energetische Sanierungen vorgesehen. 30 Prozent verbleiben nach eigenem Ermessen. OGS-Rechtsanspruch scheitert an fehlenden Bauten „In Bezug auf die überall nötigen und vor allem umfangreichen Sanierungen an Schulen kann das aber nicht mehr sein als ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Hinrich Pich, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW. „Allein in Köln fehlen zum Beispiel 54 Schulen.“ Hinzu komme der 2026 anlaufende Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für Erstklässler. „Neben Personal fehlt es hier überall an Räumlichkeiten. Auch die müssen gebaut werden.“ Auch hier zeigte die Umfrage des VBE für 2023 ein klares Bild: Denn 49 Prozent aller Schulleitungen von Grundschulen in NRW ging nicht davon aus, dass die Betreuung von ihrer Kommune bis 2026 sichergestellt werden könne. Als Hauptgrund nannten die Teilnehmer fehlende Räume und bauliche Maßnahmen (70 Prozent) gefolgt von fehlendem Fachpersonal und fehlenden Lehrkräften (62 Prozent).