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HÖXTER/GUATEMALA

Höxteraner lieferte Modellflugzeuge, die zu Drohnen wurden

Der Guerillero aus dem Hochstift

Materialien aus dem Modelbauladen

José Rodríguez* war dabei: "Wir hatten überlegt, was man machen könnte, und hielten das mit den Flugzeugen damals für die richtige Idee", sagt der Mann mit lateinamerikanischen Wurzeln, der heute im Rat einer Kleinstadt sitzt. Damals saß er zwischen Hannover und Duisburg auf dem Fahrersitz eines geliehenen Autos, während Dremmel dem guatemaltekischen Überläufer auf der Rückbank erläuterte, wie die Sache mit den Flugzeugen ablaufen sollte.
Der Höxteraner bekam eine Lieferadresse zugesteckt und machte sich ans Werk. Die nötigen Materialien besorgte er sich in einem Modellbauladen, seine Flugzeuge bastelte er im ehemaligen Schweinestall eines Landwirtes. Auf dessen großer Wiese testete er auch deren Flugeigenschaften.

Zehn seiner vermeintlich harmlosen Flieger schickte Dremmel damals nach Guatemala. "Die gingen per Luftfracht nach Nicaragua und von dort über Land nach Guatemala", erzählt er. Dabei lag eine Betriebsanleitung auf Spanisch. Seine damalige Sprachlehrerin aus Bielefeld hatte ihm geholfen, die Papiere zu übersetzen. Die Dame steht nach eigener Aussage "bis heute hinter der Idee mit den Flugzeugen".

Und wenn bei diesen frühen Drohnenangriffen nun doch guatemaltekische Soldaten ihr Leben ließen? Johann Dremmel kann mit diesem Gedanken leben: "Ich halte das Ganze auch heute noch für politisch und menschlich gerechtfertigt. Möglicherweise wären ohne meine Flieger noch viel mehr Indios gestorben und noch mehr Dörfer ausgelöscht worden. Das verhindert zu haben würde mich sehr stolz machen."

* Namen geändert

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