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„Rise of the Ronin“ im Test: Spaßige Samurai-Action mit kleinen Schwächen

Die Jungs und Mädels von Team Ninja sind eigentlich nicht für Mainstream bekannt. Mit „Rise of the Ronin“ sind die Macher von „Nioh“und „Wo Long: Fallen Dynastie“ aber jetzt voll dort angekommen. Der PS5-Exklusivtitel entführt uns nach Japan ins 19. Jahrhundert. In einer großen Open World erledigen wir allerhand Questaufträge, Sammelaufgaben und schreiben die Geschichte des asiatischen Landes mit. Wie sich das alles anfühlt, verraten wir in unserem XXL-Test.

Die Story

„Rise of the Ronin“ spielt in einer Zeit, in der Japan im Umbruch ist. Das Shogunat regiert mit harter Hand. Aufstände streckt es mitunter gewaltsam nieder. Westliche Einflüsse bekommen immer mehr Gewicht. Gleichzeitig rafft eine Cholera-Epidemie Teile der Bevölkerung dahin. Politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich steht die Inselnation vor einer Zerreißprobe.

Unsere Hauptfigur ist ein Samurai oder das weibliche Pendant, eine Onna-Musha. Wir gehören einem Clan an, der sich gegen das Shogunat auflehnt. Zu Beginn des Spiels erstellen wir beide Protagonisten in einem umfassenden Charaktereditor. Im rund zweistündigen Prolog schlüpfen wir dann sowohl in die Rolle des männlichen, als auch des weiblichen Hauptcharakters – ehe wir einen von beiden auswählen müssen.

Auch im Laufe der Hauptstory werden wir immer wieder Entscheidungen treffen, die den Verlauf der Geschichte verändern können. Früh im Spiel zum Beispiel stellt uns „Rise of the Ronin“ vor die Wahl, ob wir einen Banditenanführer am Leben lassen oder töten wollen. Lassen wir Gnade walten, steht er uns später als KI-Mitspieler bei manchen Missionen zur Verfügung. Richten wir ihn hin, müssen wir ohne seine Hilfe auskommen.

In "Rise of the Ronin" treffen wir immer mal wieder auf echte historische Persönlichkeiten wie Commodore Matthew Perry, der mit seinen "Schwarzen Schiffen" die Ordnung der Shogune zerstörte. - © Sony Interactive Entertainment
In "Rise of the Ronin" treffen wir immer mal wieder auf echte historische Persönlichkeiten wie Commodore Matthew Perry, der mit seinen "Schwarzen Schiffen" die Ordnung der Shogune zerstörte. (© Sony Interactive Entertainment)

Zwischen 40 und 50 Stunden (je nach Schwierigkeitsgrad) dauert es, das Game zu beenden. Auf unserer Reise durch das alte Japan treffen wir immer wieder auf historisch relevante Personen dieser Epoche, die entweder auf der Seite des Shogunats oder der Aufständischen stehen. „Rise of the Ronin“ lässt uns die turbulenten Jahre der japanischen Geschichte spielerisch erleben. Ein Kniff, den wir zum Beispiel aus „Assassins Creed“ kennen.

Die Open World

Überhaupt erinnert „Rise of the Ronin“ stark an die Ubisoft-Reihe, die in den vergangenen Jahren viele Spielerinnen und Spieler so sehr abholte. Fast könnte man meinen, dass das Game der langersehnte Serienableger im fernen Japan ist. Das liegt einerseits an der Möglichkeit, Attentate zu verüben (dazu später mehr) und andererseits an der Open World, in der es allerhand für uns zu erledigen gibt. Mit Pferd, Gleiter und Greifhaken kommen wir jeder Zeit schnell von A nach B.

Wie bei „Assassins Creed“ auch ist die Karte mit Sammelobjekten übersät. Wir besuchen Schreine, befreien Dörfer und stellen somit die öffentliche Ordnung wieder her, oder wir streicheln Katzen. Ja, Sie haben richtig gelesen, wir streicheln Katzen. Mehr als 100 davon gibt es in „Rise of the Ronin“ zu finden.

Fotostrecke: "Rise of the Ronin" im Test: Die besten Bilder

Die Map ist in verschiedene Bezirke aufgeteilt. Erledigen wir in einem sämtliche Sammelaufträge, stärken wir nach und nach die Bindung zu den Menschen, die dort leben. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Rabatt bei Händlern bekommen. Haben wir alle Aufgaben in dem jeweiligen Bezirk erledigt, belohnt uns das Spiel zusätzlich mit Fertigkeitspunkten oder Ausrüstungsgegenständen.

Leider werden wir sehr schnell mit sehr viel Loot überfrachtet. Überall in der Welt findet wir nämlich neue Schwerter, neue Rüstungen oder Materialien, um Gegenstände zu verbessern. Selbst legendäre Teile gibt es gefühlt wie Sand am Meer. Irgendwann haben wir damit angefangen, die Attribute nicht einmal mehr miteinander zu vergleichen, sondern unsere Beute einfach ungesehen zu verkaufen. Schade! Hier verschenkt „Rise of the Ronin“ leider Potenzial.

Das Kampfsystem

Ein großer Pluspunkt des Spiels ist dafür das Kampfsystem. Das ist sehr vielseitig und sogar auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe fordernd aber nie unfair. Uns steht ein großes Arsenal an Waffen zur Verfügung: Schwerter, Lanzen, Säbel, Gewehre, Bögen und einiges mehr. Außerdem können wir aus verschiedenen Kampfstilen wählen. Die taktischen Möglichkeiten sind damit nahezu unbegrenzt.

Im direkten Duell mit einem Gegner schlagen wir mit einem leichten oder kräftigen Hieb zu. Wir müssen die Bewegungsabläufe unseres Gegenübers genau studieren, um im besten Fall im richtigen Moment zu blocken. Das bricht seine Verteidigung, und wir haben ein kurzes Zeitfenster die Möglichkeit, mehr Schaden anzurichten. Andererseits müssen wir stets darauf achten, dass unsere Ausdauer nicht auf Null sinkt. Dann nämlich sind wir ein leichtes Ziel.

In "Rise of the Ronin" werden wir in viele Kämpfe verwickelt. Manchmal bekommen wir Hilfe von einem KI-Gefährten. - © Sony Interactive Entertainment
In "Rise of the Ronin" werden wir in viele Kämpfe verwickelt. Manchmal bekommen wir Hilfe von einem KI-Gefährten. (© Sony Interactive Entertainment)

Auch Attentate können wir verüben. Beim Infiltrieren feindlicher Gebiete nutzen wir zum Beispiel das hohe Gras oder suchen den Schutz von Dächern, um uns vor unseren Widersachern zu verstecken. Anschließend schleichen wir uns an sie heran und schalten sie lautlos mit einem Druck auf die Dreiecktaste aus.

Im Spielverlauf werden wir Dank des Talentbaumes immer stärker. Unsere Skillpunkte investieren wir entweder in Stärke, Intelligenz, Charme oder Geschicklichkeit. Jeder Zweig hat besondere Attribute. So können wir zum Beispiel Bestien zähmen oder mit geschickter Rhetorik Kämpfe vermeiden, in dem wir unseren Gesprächspartner belügen oder überzeugen.

Unser Fazit

„Rise of the Ronin“ ist ein sehr abwechslungsreiches Spiel. Nach einem zugegeben etwas zähen Prolog eröffnet sich eine Open World, die zwar grafisch nicht mit anderen Exklusivtiteln wie „Spider-Man 2“ oder „The Last of Us Part 2 Remastered“ mithalten kann, dafür aber ebenso viel Abenteuer verspricht.

Die Sammelaufgaben und das Erledigen von Nebenquests werden nie langweilig, obwohl sich manche Aufträge doch sehr ähneln. Die Kämpfe sind klasse und angenehm frustbefreit. Der Story und den Charaktern fehlt es hier und da zwar etwas an Tiefe – dass man mit seinen Entscheidungen aber spürbare Konsequenzen herbeiführt, lässt uns darüber hinwegsehen.

Schwerer wiegt da schon die überbordende Flut an Ausrüstungsgegenständen. Weniger wäre in dem Fall deutlich mehr gewesen, finden wir. Insgesamt aber ist „Rise of the Ronin“ ein spaßiges Samurai-Actionspiel. Wer sich gerne in einer Open World austobt, ein Stück japanische Geschichte spielerisch erkunden will und Lust auf herausfordernde Kampfhandlungen hat, der macht beim Kauf nichts verkehrt.

Rise of the Ronin“ ist am 22. März exklusiv für die Playstation 5 erschienen. Der Titel kostet zwischen 70 und 80 Euro. Freigegeben ist er für Spielerinnen und Spieler ab 18 Jahre.

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