Urgesteine des LZ-Cups blicken im Interview auf die große Finalrunde

Sebastian Lucas

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Seite an Seite beim LZ-Besuch: (von links) Die ehemaligen Kreisvorsitzenden Günter Erfkamp (Detmold) und Heinz Osterhage (Lemgo).  - © Vera Gerstendorf-Welle
Seite an Seite beim LZ-Besuch: (von links) Die ehemaligen Kreisvorsitzenden Günter Erfkamp (Detmold) und Heinz Osterhage (Lemgo).  (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Der eine ist Anhänger des FC Schalke 04, der andere von Borussia Dortmund. Günter Erfkamp (87, Detmold) und Heinz Osterhage (83, Lemgo) haben jeweils eine Ära als Vorsitzende ihrer FuL-Kreise geprägt – mit unterschiedlichen Führungsstilen. Und: Sie hoben 2003 gemeinsam mit der Sportredaktion und der Marketingabteilung dieser Zeitung den LZ-Cup aus der Taufe.

Kurz vor dem 16. Finale am Sonntag, 13. Januar, ab 10 Uhr in der Phoenix-Contact-Arena in Lemgo folgten sie einer Einladung der LZ-Sportredaktion und sprachen im Interview über das größte Hallenfußballturnier der Region – die Lippischen Fußballmeisterschaften um den LZ-Cup. Auch zur aktuellen Situation des Fußballs in der Region nahmen sie Stellung.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des LZ-Cups?

Heinz Osterhage: Es ist eine Erfolgsgeschichte, obwohl es in der Region nur Teams bis zur Bezirksliga gibt. In den ersten Jahren sind wir froh gewesen, wenn 1000 Besucher zur Endrunde nach Augustdorf oder in die Halle Aspe kamen. Heute sind fast 4000 Besucher in der Lipperlandhalle, die ja jetzt Phoenix-Conatct-Arena heißt, dabei. Die LZ und die Verantwortlichen der FuL-Kreise haben das Turnier toll weiterentwickelt.
Günter Erfkamp: Auch damals haben wir schon viel probiert, am Modus gefeilt und Erfahrungen gesammelt. Zu Beginn machte ich mir keine Gedanken darüber, wo die Reise mal hingehen könnte. Es sind die richtigen Schlüsse gezogen worden. Der LZ-Cup ist ein Aushängeschild Lippes.

Können Sie sich noch erinnern, wie es 2003 los ging?

Erfkamp: Ja, klar. Sie, Herr Welle, sprachen mich an mit dieser Idee. Ich war begeistert und sagte direkt: ,Das machen wir.’"
Osterhage: Auch mir gefiel die Idee sofort. Wir wollten stets ’was Attraktives für den Fußball auf die Beine stellen. Mir war es aber immer wichtig, die Entscheidungen mit der Basis abzustimmen. Nachdem diese zustimmte, konnte es los gehen.

Die Vorrunde ist für die ausrichtenden Vereine keine Goldgrube. Ein Problem?

Erfkamp: Überhaupt nicht. Du musst als Vorsitzender eng an den Vereinen dran sein. Über den persönlichen Kontakt habe ich jeden Verein, den ich wollte, bekommen.
Osterhage: Du kannst es nicht mit der Brechstange machen. 

Erfkamp: Die jetzigen Kreisvorsitzenden sind nicht nah genug an den Vereinen dran. Das ist ein Problem.
Osterhage: Für Lemgo lasse ich das so nicht stehen, würde sogar sagen: Der Kontakt ist noch besser geworden. In Lemgo geht es genauso weiter wie unter meiner Regie. Ich werde weiter zu allen Veranstaltungen eingeladen und freue mich sehr darüber.

Würden Sie etwas am Turnier ändern?

Osterhage: Nein, mit der Auslosung hat es in diesem Jahr auch hervorragend geklappt. In jeder Gruppe sind jeweils zwei Detmolder und zwei Lemgoer Teams. Und: Ein Endrundenfeld mit zwölf Teams ist ideal.
Erfkamp: Ich halte 12 Minuten Spielzeit in der Vorrunde und den Halbfinals für zu kurz, fand 15 Minuten besser.
Osterhage: Durch die Spielzeitverkürzung hälst du die Zuschauer länger in der Halle, es gibt noch schnellere Entscheidungen. Der richtige Schritt.

Wie bewerten Sie Ihre Zusammenarbeit rückblickend?

Osterhage: Wir pflegten unterschiedliche Stile, sagten uns auch mal sehr deutlich die Meinung und kamen dann zusammen – wie zum Beispiel beim LZ-Cup.
Erfkamp: Ich würde sie als gut bezeichnen, es gab einen gegenseitigen Austausch. Der ist wichtig: Lippe muss zusammenhalten.

Und heute?

Osterhage: Die Zusammenarbeit läuft nicht gut.
Erfkamp: Dass die Frauen nun in Herford, Paderborn, Höxter oder irgendwo in Niedersachsen spielen, ist ein Unding.

Sie lehnten zu Ihrer Zeit einen Zusammenschluss ab, wäre er heute sinnvoll?

Osterhage: Nein, wir würden viele Mannschaften verlieren.
Erfkamp: Irgendwann musst du über diesen Schritt nachdenken. Für mich ist nicht nur die Zahl der Mannschaften, sondern auch die Leistungsstärke wichtig.
Osterhage: Ein Zusammenschluss würde dir keine Qualitätssteigerung garantieren.
Erfkamp: Wenn du zwei A-Ligen zusammenlegst, müsste der Schnitt steigen. Mir bereitet Sorge, dass die Kreise immer weiter auseinander driften.

Zur Ihrer Zeit als Vorsitzender zählten Sie immer mit. Wissen Sie, wie der aktuelle Stand bei den LZ-Cup-Siegen zwischen Detmold und Lemgo ist?

Osterhage: Ich glaube, wir liegen knapp vorne.
Stimmt: Es steht 8:7.
Erfkamp: Ich habe mich immer gefreut, wenn eine Detmolder Mannschaft gewinnt. Aber der Gesamtstand interessierte mich nie.

Wer gewinnt am Sonntag?

Osterhage: Ich sehe drei, vier Kandidaten aus Lemgo – an Position eins die SG Hörstmar/Lieme. Natürlich drücke ich allen sechs Lemgoer Teams die Daumen.
Erfkamp: Ich halte natürlich weiter zu den Detmoldern. Die Geschichte des LZ-Cups zeigt: Es gibt oft Überraschungen. Post-TSV Detmold kann es wieder schaffen. Ich fand, dass SuS Pivitsheide in der Zwischenrunde auch einen guten Ball spielte.

Das Interview führten die LZ-Sportredakteure Dietmar Welle und Sebastian Lucas.

Information
Persönlich

Heinz Osterhage (83) ist ebenfalls bis 2013 Vorsitzender gewesen – im FuL-Kreis Lemgo. 52 Jahre engagierte er sich im FuL-Kreis, ab 1986 als Vorsitzender. Nach seinem Abgang übte er das Amt des Ehrenamtsbeauftragten noch einige Jahre aus. Osterhage wohnt in Hohenhausen.

Günter Erfkamp (87) hat sich insgesamt 55 Jahre im FuL-Kreis Detmold engagiert. Von 1998 bis 2013 stand er als Vorsitzender an der Spitze. Mit seiner Frau wohnt der Anhänger von Schalke 04 in Lage.

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