Blomberg. Frauenhandball-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe muss sich für den Handball-Supercup auf einen neuen Gegner einstellen. Das teilte der Ligaverband am Nachmittag mit. Denn, so schreibt die „Alsco Handball Bundesliga Frauen" (HBF), der Deutsche Meister HB Ludwigsburg hatte mit einer klubeigenen Pressemitteilung vom Montag, 4. August, darüber informiert, dass nach der Beantragung auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens weiterhin keine Lösung für die Schließung einer bestehenden Finanzierungslücke gefunden werden konnte. Aufgrund dessen bestehe nach Vereinsangaben keine wirtschaftliche Grundlage, "um die Spielerinnen [...] weiterhin an ihre bestehenden Verträge zu binden.” Als Reaktion auf diese Bekanntmachung hat die HBF am Dienstag erste Entscheidungen in Bezug auf den Spielbetrieb getroffen. So wird der Super-Cup, welcher die Saison 2025/26 am Samstag, 23. August, im „SAP Garden" in München eröffnet, mit einem veränderten Teilnehmerfeld gespielt, teilt die HBF mit. „Organisatorische Zwänge" Auf Basis eines Beschlusses, welchen der Vorstand der HBF am Dienstag getroffen hat, wird HB Ludwigsburg vom Super-Cup zurückgezogen. Anstelle der Ludwigsburgerinnen rückt der Thüringer HC nach, der die vergangene Saison in der Bundesliga nach den Play-Offs auf dem dritten Platz beendet hatte. Der THC, gleichzeitig amtierender Sieger der European League, trifft in München auf den Vize-Meister und Vize-Pokalsieger HSG Blomberg-Lippe. „Aufgrund der bestehenden Unsicherheit um die Teilnahme der HB Ludwigsburg hat der Vorstand diese Entscheidung treffen müssen, um die Durchführung der Super-Cup-Partie sicherzustellen. Organisatorische Zwänge sowie bestehende Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern lassen uns zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl”, wird HBF-Geschäftsführer Christoph Wendt, in der Pressemitteilung zitiert. Blombergs Geschäftsführer Jan-Henning Himborn meinte in einer ersten Stellungnahme gegenüber der LZ: „Für uns ist es trotzdem eine super Sache, in München zu spielen." Gleichwohl macht er sich Gedanken über die Entwicklung in der Bundesliga. „Es ist schon bedenklich, dass es den Eliteverein des deutschen Frauenhandballs trifft. Das stimmt alle Beteiligten nachdenklich. Es stellt sich auch die Frage: Kann man große Schritte des Strukturwandels überhaupt gehen?" „Entwicklung abwarten" Weitere Entscheidungen, die insbesondere die Teilnahme der HB Ludwigsburg am Spielbetrieb der Bundesliga betreffen, können anhand der bestehenden Faktenlage noch nicht getroffen werden, teilt die HBF weiter mit. „Die bisherigen Angaben der HB Ludwigsburg lassen die Option offen, dass der Verein, gegebenenfalls mit verändertem Kader, am Bundesliga-Spielbetrieb teilnimmt. Insofern müssen wir die weitere Entwicklung abwarten”, führt Wendt weiter aus. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass im Falle eines Ausscheidens der HB Ludwigsburg aus dem Bundesliga-Spielbetrieb die Saison 2025/26 der 1. Bundesliga mit elf Mannschaften ausgespielt werde. Ludwigsburg stünde dann als erster Absteiger fest. Erneute Überprüfung Weiterhin hat die HBF die Entwicklungen rund um die HB Ludwigsburg zum Anlass genommen, eine erneute Überprüfung der vom Lizenznehmer im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens gemachten Angaben zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Hierzu ist der Lizenznehmer vom Lizenzierungsausschuss aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben und entsprechende Unterlagen einzureichen.