18 Jahre Stalking-Terror bei katholischem Pfarrer

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Eine 76-Jährige stellte einem 65-jährigen katholischen Pfarrer fast 20 Jahre nach. - © Symbolbild: Pixabay
Eine 76-Jährige stellte einem 65-jährigen katholischen Pfarrer fast 20 Jahre nach. (© Symbolbild: Pixabay)

Meschede. (lnw) Nackttänze vor dem Pfarrhaus und jahrelanger Liebesterror: Wegen Stalkings eines katholischen Pfarrers im Sauerland ist eine 76-Jährige zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht kam – anders als in vielen vorangegangenen Verfahren in dem Fall – zu dem Schluss, dass die Frau voll schuldfähig ist, wie die Direktorin des Amtsgerichts Doris Goß sagte.

Die Frau habe den 65-jährigen Pfarrer im kleinen Ort Meschede-Freienohl im Jahr 2000 kennengelernt und sich so in eine angebliche Liebesbeziehung hineingesteigert, dass sie ihm seither massiv nachstelle, so das Gericht. Durch ihre auch nächtlichen Kontaktversuche sei der Pfarrer bereits stark gesundheitlich beeinträchtigt, leide an starkem Bluthochdruck und Schlafstörungen.

Bereits mehrfach versuchte der Geistliche, sie juristisch zu stoppen, doch sie habe nicht aufgehört, ihn zu belästigen. So habe sie seinen Garten wiederholt mit Phallussymbolen wie Möhren oder Bananen dekoriert, ihm obszöne Worte zugerufen oder sich vor seinen Augen entblößt. An einem anderen Tag habe sie ihre Brüste gezeigt und getanzt.

Strittig war wiederholt die Frage nach der psychischen Verfassung der Frau und damit ihre Schuldfähigkeit. Zu diesem Ergebnis kommen aber mittlerweile 17 Gutachten. Nun habe ein weiterer Gutachter glaubhaft dargelegt, dass die Frau ihr Verhalten durchaus steuern könne und schuldfähig sei.

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