Bundeswehrpilot stirbt bei «Eurofighter»-Kollision

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Absturz - © Foto: Thomas Steffan
Ein brennender «Eurofighter» ist am Himmel über der Kleinstadt Malchow an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. (© Foto: Thomas Steffan)

Nossentiner Hütte - Zwei «Eurofighter» der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt. Das teilte das Innenministerium in Schwerin mit. Die Luftwaffe bestätigte einem Zusammenstoß in der Luft. Beide Piloten konnten den Schleudersitz betätigen, wie die Luftwaffe weiter mitteilte.

Rettungsmannschaften haben einen der Piloten lebend gefunden. Die Suche nach dem zweiten Piloten laufe, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus dem Verteidigungsministerium.

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Zuvor hatten der Radiosender «Ostseewelle» und die Tageszeitung «Nordkurier» berichtet. Eines der beiden Flugzeuge stürzte nach Worten eines Ministeriumssprechers nahe der Ortschaft Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in ein Waldstück. Das andere sei südlich der Ortschaft Nossentiner Hütte an einem Waldrand abgestürzt. Die beiden Orte sind rund zehn Kilometer voneinander entfernt.

Information
Der Eurofighter ist ein von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien entwickelter Kampfjet. Die Luftwaffe der Bundeswehr unterhält nach eigenen Angaben 140 Maschinen. Der typischerweise einsitzige Jet ist 15,9 Meter lang und fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit. Er kann sowohl für Luft-Luft- als auch für Luft-Boden-Kämpfe bewaffnet werden.

Um das einstige europäische Prestigeprojekt gab es unter anderem in Deutschland lange politische Diskussionen. So wurden neben den Anschaffungskosten von mehr als 100 Millionen Euro pro Jet mehrmals technische Mängel an dem Flugzeug kritisiert. Deutschland hatte 2015 deshalb die Abnahme weiterer Flugzeuge kurzfristig ausgesetzt.

Auf den Exportmärkten wird der Eurofighter als «Typhoon» vermarktet. Nach Hersteller-Angaben wurden bisher mehr als 500 Eurofighter an sieben Länder ausgeliefert: Neben den vier Entwicklerländern sind das Österreich, der Oman und Saudi-Arabien.

Beide Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 «Steinhoff», das in Laage bei Rostock stationiert ist. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) wird an die Unglücksstelle fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, wie sein Sprecher sagte.

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