Das Schulministerium hat aus jüngsten Datenpannen nach eigener Darstellung «die erforderlichen Konsequenzen gezogen». Dennoch seien künftig «technische Störungen nicht hundertprozentig» auszuschließen, sagte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Vor einigen Wochen war eine gravierende Schwachstelle im IT-System des Schulinstituts Qualis aufgedeckt worden. Mindestens 16.557 Datensätze waren vom Qualis-Server ausgelesen worden, vor allem Vor- und Zunamen von Lehrkräften und Qualis-Mitarbeitern.
Feller steht auch unter Druck, weil Mitte April Abitur-Klausuren in mehreren Fächern wegen einer Download-Panne kurzfristig verschoben werden mussten. Die CDU-Politikerin schilderte in Düsseldorf, die Abiturprüfungen seien «im Übrigen wie gewohnt störungsfrei verlaufen». Das Schulministerium habe vier Schlüsse aus dem Problem gezogen.
Der Downloadprozess werde zeitlich vorgezogen, die Dateien in Zukunft schon drei Tage vor dem jeweiligen Prüfungstag bereitgestellt. «Durch den längeren Zeitraum zwischen dem Download und der Prüfung erhalten wir im Fall einer technischen Störung - die nie in Gänze ausgeschlossen werden kann - deutlich mehr Zeit für die Behebung des Problems oder für die gegebenenfalls erforderliche Aktivierung eines Notfallsystems.»
Allerdings könnten die Schulen nach Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) die Daten erst am Tag vor der Prüfung einsehen. Den Schulen werde zu dem Zeitpunkt ein Freigabeschlüssel zur Verfügung gestellt. Zudem soll das technische Verfahren der Verteilung von Abi-Prüfungsaufgaben neu ausgeschrieben werden. Der Vertrag mit dem bisherigen Dienstleister laufe in diesem Sommer aus, über die neue Vergabe werde bis Mitte August entschieden. Zudem will das Ministerium im Falle einer Störung einen Stab SAE (Stab für ungewöhnliche Ereignisse) einrichten.
Zu den Schwachstellen in der IT-Struktur von Qualis berichtete die Ministerin, auch ein externer Dienstleister habe eine Sicherheitsüberprüfung vorgenommen. Außerdem liefen noch Tests, «um einzelne Anwendungen nach einem standardisierten Verfahren auf die empfindlichsten Angriffspunkte zu untersuchen.» Klar sei auch, dass die Koordination mit Qualis hier besser werden müsse, sagte Feller. Das Ministerium werde «stärker beratend tätig werden, die Einhaltung technischer Standards kontrollieren und die Web-Verfahren freigeben.» Feller kündigte ein Kompetenzzentrum «Web-Anwendungen» an.