Viele Jahre nach dem Fund von zwei Babyleichen in Dortmund und Krefeld nimmt die Polizei die Ermittlungen in den Fällen wieder auf. In dem Cold Case hätten sich neue Ansätze ergeben, teilten die Ermittler am Freitag mit. Die beiden 1999 und 2005 gefundenen toten Babys waren laut Obduktion Geschwister.
Das erste tote Baby war am 1. Weihnachtstag 1999 gefunden worden. Die Leiche des Mädchens war - eingewickelt in Handtüchern - in einen schwarzen Lederrucksack gesteckt worden. Der Rucksack lag in einem Gebüsch versteckt in einem Park im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. Den damaligen Ermittlungen zufolge war das 3600 Gramm schwere Mädchen ohne medizinische Versorgung auf die Welt gekommen und hatte nach der Geburt zunächst gelebt. Die Ermittlungen zu den Eltern blieben aber zunächst erfolglos.
Knapp sechs Jahre später - am 11. Mai 2005 - ergab sich eine erste Parallele zu dem Dortmunder Fall. In Krefeld wurde ein toter Junge gefunden. Die Situation ähnelte der in Dortmund sehr: Auch der Junge war in Handtücher gewickelt und in einem Rucksack neben einem Fußweg abgelegt worden. Den Ermittlungen zufolge starb er wohl kurz nach seiner Geburt.
Eine Untersuchung habe inzwischen ergeben, dass die beiden toten Kinder Geschwister gewesen seien, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Außerdem sei ein anonymer Hinweis zu dem Krefelder Fall bei der Polizei eingegangen. Weitere Details dazu nannten die Ermittler nicht.
Die Fälle sollen nun mit moderner Technik und neuen Ermittlungsansätzen noch einmal aufgerollt werden. Die Fahnder hoffen jetzt zudem auf Hinweise von Zeugen.
In sogenannten Cold Cases wird inzwischen in vielen Polizeibehörden wieder ermittelt, um nach Jahren noch die Täter zu finden. Dabei setzen die Ermittler unter anderem auf Genanalysen und Öffentlichkeitsarbeit. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zuletzt sogar 23 pensionierte Mordermittler zurück in den aktiven Dienst geholt und ihnen 1143 ungeklärte Tötungsverbrechen seit 1970 vorgelegt. Bei gut 400 dieser Fälle fanden die Rentner-Cops neue Ansätze.