Briten bauen die Senne als NATO-Übungsplatz aus

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Alte Panzer und Bunker dienen den Soldaten als Zielobjekte für Übungen - © Marc Köppelmann
Alte Panzer und Bunker dienen den Soldaten als Zielobjekte für Übungen (© Marc Köppelmann)

Bielefeld/Paderborn. Die britischen Streitkräfte bleiben mit einem Restkontingent von rund 200 Mann über das Jahr 2020 hinaus auf dem Truppenübungsplatz in der Senne stationiert. Sie sorgen so dafür, dass der Status als Testgelände für NATO-Truppen längerfristig gefestigt wird. Dies bestätigt Mike Whitehurst, Sprecher der britschen Streitkräfte in Deutschland, auf Anfrage. "Die geopolitische Lage in Europa und der Welt hat sich geändert", so Whitehurst. Dieser neuen Lage müssten sich auch die Militärs anpassen.

Es gebe die Notwendigkeit, die NATO weiter zu stärken. "Man muss einen Platz haben, wo man gemeinsam üben kann", sagt Whitehurst. "Da bietet sich die Senne geradezu an. Diese Entscheidung wurde in voller Abstimmung mit der Bundesregierung getroffen." Zuvor hatte der Kommandierende der Britischen Streitkräfte in Deutschland, Richard Clements, den Präsidenten des NRW-Landtags, André Kuper, den Paderborner Landrat Manfred Müller sowie den Paderborner Bürgermeister Michael Dreier (alle CDU), über die Entscheidung informiert.

Diskussion um Nationlapark wird überflüssig

"Das ist eine sehr gute Nachricht für Paderborn, insbesondere für Schloß Neuhaus und Sennelager, da die Kasernen Athlone und Normandy sowie eine große Anzahl von Wohnungen weiter genutzt werden", sagt Dreier. Seiner Mitteilung zufolge sollen bis zu 700 Briten weiterhin in Sennelager wohnen. "Dadurch wird Klarheit für die Senne als militärisches Trainingsgebiet geschaffen", betonen die drei CDU-Politiker. Dies mache "die weitere Diskussion um einen Nationalpark überflüssig", so die CDU-Landtagsabgeordneten aus Ostwestfalen-Lippe in einer gemeinsamen Erklärung.

"Das ist ein ganz schlechter Deal für die Region", bewertet Fritz Buhr, Sprecher der Paderborner Umweltverbände, die Lage. Die NRW-Umweltverbände hatten sich erst am Donnerstag erneut für die Gründung eines Nationalparks Senne eingesetzt. Whitehurst betonte, dass die britischen Streitkräfte weiterhin Verantwortung für diesen Naturraum übernehmen wollen. "Daran wird sich nichts ändern."

Augustdorfs Bürgermeister Andreas Wulf (CDU) begrüßt die Entscheidung der Briten als "ein sehr erfreuliches Signal für die Zukunft des Bundeswehrstandortes Augustdorf." Die Bielefelder SPD-Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar sagt, es sei "etwas schade, dass die Briten nun doch in der Senne bleiben wollen, weil wir das Areal so oder so für sinnvolle Sachen hätten nutzen können. Der Schritt sei "aber nachvollziehbar".

Information

Kämpfende Truppen ziehen ab

- Streitkräftesprecher Mike Whitehurst betont, dass es dabei bleibe, dass alle kämpfenden Truppen der Britischen Streitkräfte bis 2020 aus OWL abziehen.

- Das betrifft 2019 alleine 3.000 in Paderborn stationierte Soldaten.

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