Detmolds Musikstudenten erhalten finanzielle Unterstützung

Sven Koch

  • 0
Das Konzerthaus der Hochschule für Musik. - © Archiv: Vera Gerstendorf-Welle
Das Konzerthaus der Hochschule für Musik. (© Archiv: Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Die erste Phase des Spendenaufrufs für finanziell bedürftige Studierende der Hochschule für Musik Detmold in Zeiten von Corona ist abgeschlossen. Die Vergabekommission, die über die Förderanträge entscheiden musste, tagte und nahm eine Verteilung vor: Von den 750 immatrikulierten Studierenden der Hochschule beantragten 99 eine finanzielle Unterstützung. Der größte Teil kann aus dem Corona-Notfallfonds gefördert werden, der inzwischen einen Betrag von knapp 40.000 Euro erreicht hat. Das Geld wird unmittelbar an die Studierenden ausgezahlt werden, teilt die Hochschule mit.

Der Corona-Notfallfonds ist auf Initiative der Gesellschaft der Freunde und Förderer (GFF) in Zusammenarbeit mit dem Alumni-Verein und der Hochschule gegründet worden. Er wird von Spendengeldern zahlreicher Detmolder Bürgerinnen und Bürger sowie der beiden Vereine gespeist.

Große Hilfsbereitschaft

„Diese Hilfsbereitschaft hat uns enorm gefreut und beeindruckt und zeigt uns zugleich, wie sehr unsere Musikstudierenden zu Detmold gehören", freut sich Rektor Prof. Dr. Thomas Grosse. Allein die hohe Anzahl an Anträgen habe gezeigt, wie groß die Not bei den Studierenden ist. „Alle Mitglieder der Auswahlkommission hat diese Ausnahmesituation sehr betroffen gemacht", betont Grosse.

Unterstützt wurden vor allen Dingen Härtefälle, deren Grundversorgung unmittelbar betroffen ist. An der Auswahl waren die Studierendenvertreterinnen der Hochschule unmittelbar beteiligt. Allein die auflaufenden Mietkosten bedrohten in Einzelfällen die Möglichkeit, das Studium in Detmold fortzusetzen.

Es sei außerdem deutlich geworden, wie viele Studierende ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch Aushilfstätigkeiten finanzierten, u. a. durch Minijobs in der Gastronomie oder im Handel und durch Musikunterricht. Häufig sind auch die Eltern der Studierenden aus aller Welt selbst von der Pandemie betroffen und können ihre Kinder nicht mehr finanziell unterstützen. So erlebe man in Detmold im Kleinen, wie sehr Corona ein weltweites Problem darstelle.

Die Studierenden der Hochschule für Musik Detmold sind seit Jahrzehnten ein nicht wegzudenkender Teil von Stadt und Umgebung. Sie prägen das Stadtbild und sind auf zahlreichen Bühnen der Region zu erleben. Sie bereichern so auch die Lebenskultur in der Region. Die Corona-Pandemie hatte viele der Studierenden in eine schwere, existentiell bedrohliche Krise gebracht.

Die Hochschule bittet daher weiterhin dringend um Spenden, in der Hoffnung, die Studierenden auch weiterhin unterstützen zu können. Spenden können auf das Konto des Corona-Notfallfonds eingezahlt werden.

Mehr dazu unter www.hfm-detmold.de/corona-notfallfonds.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!