HfM nimmt Stellung zur Schließung von Kunst- und Kultureinrichtungen

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Die Hochschule für Musik hofft, ab Dezember wieder Veranstaltungen organisieren zu können. - © Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle
Die Hochschule für Musik hofft, ab Dezember wieder Veranstaltungen organisieren zu können. (© Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Die sieben Kunst- und Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen, darunter auch die Hochschule in Detmold, erkennen die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie. Sie problematisieren jedoch in einer gemeinsamen Stellungnahme den undifferenzierten Umgang mit Kunst, Kultur, Freizeit und Unterhaltung, dessen Folge geschlossene Theaterhäuser, leere Konzertsäle und abgesagte Ausstellungen sind.Die Vermengung der Bereiche „Kultur“ und „Freizeit“ ließe zum einen im Diskurs die Anerkennung des Mehrwertes von Kultur vermissen. Wenn trotz genehmigter Sicherheitskonzepte, großer Räumlichkeiten und geeigneter Lüftungsanlagen Veranstaltungen nicht durchgeführt werden dürfen, sei dies ein falsches Signal und konterkariere die Bemühungen von Kultureinrichtungen, heißt es unter anderem in der Stellungnahme.

Und weiter: Die rund 7000 Studierenden der Kunst- und Musikhochschulen NRW hätten außerdem ihre künstlerische Ausbildung mit dem Ziel begonnen, auch solche Prozesse zu gestalten. Diese jungen Menschen hätten ihre Berufsziele im Vertrauen darauf gewählt, dass ein Berufsleben in den künstlerischen Fächern sinnstiftend und gesellschaftsrelevant ist. Das Land NRW unterhalte zudem mit den Landestheatern- und Orchestern sowie den öffentlichen Museen, Kunst- und Musikhochschulen, Bühnen und Musikschulen eine Vielzahl an landeseigenen Kulturinstitutionen. Als Träger dieser Häuser sollte das Land sein Ziel einer kulturellen Versorgung deutlicher verfolgen. Kultur nehme außerdem gesellschaftlich relevante Themen auf und bearbeite sie.

Mit der Schließung von Kultureinrichtungen nehme sich die Politik die Möglichkeit, die drängenden Diskurse der Gesellschaft auch außerhalb von Social Media, Fernsehtalkshows und Boulevardschlagzeilen zu platzieren. Gerade Kunst und Kultur hätten die Möglichkeit, sich mit der Pandemie als relevantem Thema zu befassen. Eine Schließung über November hinaus sei daher nicht zielführend.

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