Nordwestdeutsche Philharmonie feiert reinen rauschenden Sibelius

Beethoven mit zarter Innigkeit gespielt

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Neue Töne: Veronika Eberle spielt ganz zart.
Neue Töne: Veronika Eberle spielt ganz zart. (© Foto: Schwabe)

Bad Salzuflen. Veronika Eberle ist erst 21 Jahre alt und doch spielte sie Beethovens Violinkonzert in D-Dur mit einem so zarten und introvertiertem Ton, von dem die Zuhörer in der Konzerthalle völlig hin- und weg waren. Zudem verwandelte Gastdirigent George Stelluto Jean Sibelius erste Sinfonie in ein Fest berauschender Musik, sodass die Freude klassischer Musik ihre Nordwestdeutsche Philharmonie mit lang anhaltendem Beifall übergossen.

Eigentlich gilt Beethoven als Meister der motivisch-thematischen Arbeit, also jener Kompositionsweise, die ihre Themen in einzelne Motive zerlegt, um zu einer großen sinfonischen Architektur wieder zusammenzusetzen. Sein Violinkonzert in D-Dur spricht eine andere Sprache. Hier wirft das Orchester im ersten Satz fünf Gedanken in die Welt, die dem Solisten nicht zur Inspiration einer Weiterentwicklung werden, sondern diesen oder in diesem Fall diese zur anschmiegsamen Umspielung verführen.

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