<p data-end="620" data-start="239">Lemgo. Im Rahmen der Lemgoer Sommerkonzerte hat das Duo „Himmelstöne“ mit Bariton Andreas Elias Post und Organist Thorsten Pech in der lichtdurchfluteten Kirche St. Marien rund 100 Gäste berührt.</p> <p data-end="620" data-start="239">Unter dem Titel „Sonnengesänge“ spannte das Programm einen weiten musikalischen Bogen mit romantischen Werken bis hin zu einer dramatischen Vertonung des Sonnengesangs des Franz von Assisi.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Ältestes Zeugnis italienischer Literatur</h2> <p data-end="1020" data-start="622">Der 800 Jahre alte berühmte Hymnus des heiligen Franziskus aus dem Jahr 1225, der die Schönheit der Schöpfung preist, war thematischer Leitfaden des Konzertes. Er gilt als ältestes Zeugnis italienischer Literatur.</p> <p data-end="1020" data-start="622">Post, der in Detmold und Düsseldorf Diplom und Master Gesang studierte, überzeugte mit warmem Timbre, klarer Textgestaltung und feiner dynamischer Gestaltungskraft. Neben seiner Vorliebe für die Oper sind geistliche Musik und Liederabende seine Leidenschaft. Begleitet wurde er von Thorsten Pech, der als Konzertorganist und Dirigent weit über Wuppertal hinaus bekannt ist und den Bachverein Düsseldorf und Konzertchor der Volksbühne Wuppertal leitete.</p> <p data-end="1263" data-start="1022">Zum Auftakt erklangen zwei Lieder aus „Sechs religiöse Gesänge“ op. 157 von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901). „Sehet, welche Liebe hat uns der Vater“ überzeugte durch ausgewogene Klangbalance zwischen Gesangsstimme und Orgel, während „Ich bin des Herrn!“ in ergreifendem Pathos erstrahlte.</p> <p data-end="1527" data-start="1265">Besonderes Augenmerk galt dem „Sonnenhymnus“ des schlesischen Tonsetzers Max Drischner (1891-1971), einer Orgel-Passacaglia in E-Dur. Tänzerisch kreiste das immer wiederkehrende Thema gleichsam wie die Planeten um die Sonne, farbenreich ausgemalt durch die Klangvielfalt der großen Lemgoer Marien-Orgel.</p> <p data-end="1811" data-start="1529">Mit „Zwei Liedern für Singstimme und Orgel“ op. 105 von Max Reger (1873-1916) wurde die romantische Klangwelt in ihrer Tiefe ausgelotet. „Meine Seele ist still zu Gott“ (Psalm 62) bestach durch intime Innerlichkeit, während „Ich sehe dich in tausend Bildern“ in leuchtender Klangfülle eine fast entrückte Atmosphäre schuf. Sphärische Klangfarben der Orgel mischten sich beeindruckend mit dem facettenreichen Timbre des Baritons.</p> <p data-end="2039" data-start="1813">Ein Höhepunkt des Abends war die Einleitung zur „Legende von der Heiligen Elisabeth“ von Franz Liszt (1811-1886) in der Bearbeitung für Orgel von Carl Müllerhartung (1834-1908), die mit dramatischen Kontrasten durch Verwendung des Schwellwerks und klanglicher Transzendenz aufwartete.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Lobpreis der Schöpfung</h2> <p data-end="2336" data-start="2041">Zum krönenden Abschluss erklang Liszts monumentale Vertonung des Sonnengesangs (Cantico del sole di San Francesco, Rom 1862). In mächtigen Klängen verbanden sich Lobpreis der Schöpfung und Anklänge des Weihnachtsliedes „In dulci jubilo“ – eine musikalische Brücke zwischen der Schönheit der Schöpfung und der Geburt Christi.</p> <p data-end="2551" data-start="2338">Der lang anhaltende Applaus entlockte dem Duo eine beschwingte Zugabe: den Gospelsong „Sing To The Lord A New Song“ von E. Sherwin Mackintosh, der mit seiner rhythmischen Frische den Abend heiter ausklingen ließ.</p> <p data-end="2551" data-start="2338">Nächstes Sommerkonzert: Samstag, 23. August, 18 Uhr „Akkordeon der neuen Generation“ in St. Nicolai.</p>