Augustdorf. Hüpfen, laufen, drehen – es gibt viele Arten Seilzuspringen. Die Kinder der Grundschule In der Senne in Augustdorf haben einige Varianten am Mittwoch kennengelernt als die Deutsche Herzstiftung zu Gast war. Diese möchte den natürlichen Bewegungsdrang der Schüler fördern, um ihr Risiko zu verringern, im Alter am Herzen zu erkranken. Dazu besuchte Übungsleiter Abdul Öysal die Klasse 4a. Er kommt aus Bielefeld und studiert dort an der Universität Sportwissenschaften. Was ihm so an dem Projekt „Skipping Hearts" (zu deutsch: hüpfende Herzen) gefällt: „Es ist ein einfacher Sport, man kommt schnell rein. Auch wenn die Jungs es anfangs oft uncool finden, weil sie denken, dass es ein Mädchensport ist. Wenn sie ,Rope Skipping erst einmal lernen, merken sie, wie viel Spaß es macht. Viele bedanken sich nach den Einheiten bei mir." Beim sogenannten „Rope Skipping" werden statt der klassischen Stoffseile, welche aus Kunststoff verwendet. Dadurch sollen die Nutzer schneller springen können. Es gilt als richtige Sportart, die aus den USA kommt, aber auch immer mehr Vereine in Deutschland bieten sie an – zum Beispiel in Bielefeld-Brackwede. Integration vorantreiben Außerdem erklärt Öysal den Kindern zu Beginn: „Das Herz ist ein großer Muskel, den ihr durch Sport stärken könnt." Das sportliche Seilspringen eigne sich zur Verbesserung motorischer Grundfähigkeiten wie Ausdauer und Koordination. Weil auch im Team gesprungen werden kann, werde zudem die Integration körperlich aber auch sozial schwächerer Kinder vorangetrieben. Doch zunächst gilt es erst einmal sich Aufzuwärmen: Die Schüler verteilen sich in der Sporthalle und Öysal führt verschiedene Übungen wie die Rennmaus, den Frosch, Flamingo oder Fisch mit Musik vor. Anschließend bekommen die Viertklässler ein Seil ausgehändigt mit dem sie unterschiedliche Sprungvarianten an mehreren Stationen trainieren sollen. Mitschüler helfen Einige kommen gut zurecht, andere müssen zunächst einmal den Basis-Sprung lernen. Dabei helfen die Mitschüler und Öysal, der Tipps gibt wie: „Die Schultern bleiben unten, die Ellenbogen bleiben nah am Körper, die Drehung kommt nur aus den Handgelenken. Am besten hüpft ihr nur auf den Zehenspitzen, wenn ihr mit dem ganzen Fuß aufsetzt, wird es zu anstrengend." Lehrer Bernard Lanz freut sich, wenn seine Schüler in den kommenden Pausen durch das Projekt, für das eine einfache Anmeldung per Mail ausgereicht habe und das erst seit diesem Jahr in NRW angeboten werde, eine weitere sportliche Beschäftigungsmöglichkeit kennenlernen. Die Grundschule will künftig auch Seile dafür ausleihen.