Augustdorfer Leoparden rollen auf Schienen ins Havelland

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Volle Konzentration: Beim Verladen der Leoparden ist äußerste Vorsicht geboten. Die Kettenränder ragen über die Ladefläche des Flachwagons hinaus. Der Einweiser dirigiert den Stahlkoloss bis zu seinem endgültigen Stellplatz. - © Bundeswehr / Torben Schreiber
Volle Konzentration: Beim Verladen der Leoparden ist äußerste Vorsicht geboten. Die Kettenränder ragen über die Ladefläche des Flachwagons hinaus. Der Einweiser dirigiert den Stahlkoloss bis zu seinem endgültigen Stellplatz. (© Bundeswehr / Torben Schreiber)

Augustdorf. Im Ernstfall, aber auch für Übungen müssen Munition und Ersatzteile, Kettenfahrzeuge und militärisches Personal möglichst rasch an ihren Einsatzort gebracht werden. Wie die Pressestelle der Panzerbrigade "Lipperland" schreibt, ist und bleibt die Bahn dabei ein wichtiges Transportmittel. In Paderborn-Sennelager hat die 2. Kompanie des Panzerbataillons 203 ihre Leopard-Kampfpanzer auf die Reise geschickt.

Rund zwei Wochen wird die Kompanie um Hauptmann Matthias M. auf dem 90 Quadratkilometer großen Übungsareal im Havelland intensiv trainieren. Für viele Panzersoldaten, die gerade ihre Dienstpostenausbildung zum Richt- und Ladeschützen auf dem Kampfpanzer Leopard 2 durchlaufen, steht das erste Mal das Scharfschießen mit dem Großwaffensystem auf dem Dienstplan. Doch zuvor mussten die 64 Tonnen schweren Stahlkolosse sicher auf die Spezialflachwagen der Bahn verladen werden.

Die Flachwagen der Bahn sind schmaler als die Kampfpanzer selbst, mehrere Zentimeter ragen die Kettenränder der Leoparden über die Ladeflächen hinaus. Wagenmeister der Bahn kontrollierten den reibungslosen Ablauf an der Betonrampe in Sennelager. „Während der Verladung spielt das Thema Sicherheit eine besondere Rolle und es wird nichts dem Zufall überlassen“, betonte der Kompaniechef.

Nachdem alle „Leos“ sicher auf ihren Stellplätzen verzurrt wurden, rollte noch der Bergepanzer „Büffel“ auf den Flachwagen. Der „Büffel“ kann mit seiner Krananlage bis zu 30 Tonnen Gewicht heben, Hindernisse aus dem Weg räumen und mit seinem Räumschild Erdreich abtragen. Seine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, beschädigte Kampfpanzer im Gefecht aus der „heißen Zone“ unter vollem Panzerschutz zu bergen.

Nach rund 90 Minuten war die Bahnverladung erfolgreich beendet und der Güterzug setzte sich mit seiner Mammutfracht in Bewegung. Im Havelland vor den Toren Berlins mussten die Augustdorfer Panzersoldaten dann wieder volle Konzentration aufbringen, um ihre „Arbeitstiere“ sicher auf dem Truppenübungsplatz zu entladen.

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