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Dialog

Stadt Bad Salzuflen spricht mit Tourismus-Profis über die Zukunft des Standorts

Auch der Wohnmobilstellplatz in der Flachsheide ist für den Tourismus-Standort Bad Salzuflen ein wichtiger Faktor. © Thomas Reineke

Bad Salzuflen. Vertreter aus Hotellerie, Gastronomie, Tourismuswirtschaft und Politik aus Bad Salzuflen sind jetzt der städtischen Einladung zum „Tourismus-Dialog 2025“ als zentraler Austauschplattform ins „neue“ Kurhaus gefolgt. Im Fokus stand der gemeinsame Blick auf den seit 2023 laufenden Strategie- und Markenprozess der Stadt sowie auf den Profilierungsprozess des „Gesundwerks Bad Salzuflen“ (ehemals Vitalzentrum).

„Beide Initiativen tragen maßgeblich dazu bei, das Profil des Heilbades als modernen Gesundheits-, Erlebnis- und Lebensort weiter zu stärken“, eröffnete Bürgermeister Dirk Tolkemitt die Sitzung, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt.

Übernachtungsgäste lassen am meisten Geld in Bad Salzuflen

Und der Tourismus spielt in der Kurstadt eine große Rolle: Laut einer Studie des „Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr“ (dwif) erwirtschaftet diese Branche rund 184 Millionen Euro Bruttowertschöpfung pro Jahr und hält rund 3700 Arbeitsplätze in der Stadt vor, die vom Tourismus profitieren. Ein Tagesgast gibt laut der Studie im Durchschnitt 26 Euro pro Tag in Bad Salzuflen aus, ein Übernachtungsgast 139 Euro und ein Wohnmobilgast 50 Euro.

Im kompletten Jahr 2024 zählte der Kurort nach Angaben der Stadt 723.000 Übernachtungen ohne Geschäftsreisende, 214.000 davon in Hotels und Ferienwohnungen, der größere Anteil erfolgte entsprechend in den großen Salzufler Reha-Kliniken. Von Januar bis September 2025 wurden in der Stadt rund 150.000 touristische (+3,5 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahrs) und 541.000 Gesamtübernachtungen (+3,6 Prozent zum Vorjahr) gezählt. Schätzungen ergeben bis Ende dieses Jahres rund 730.000 bis 740.000 Übernachtungen; ergo eine Steigerung zum Vorjahr, so die Stadt.

Neues „Outfit“ für Dienstfahrzeuge

Ebenfalls ein Thema auf der Sitzung war der neue Markenauftritt von Bad Salzuflen. Er zeige sich mittlerweile in vielen Facetten in der Stadtkommunikation, hieß es. So wurden die Dienstkleidung und das Erscheinungsbild der Dienstfahrzeuge aufgefrischt. Die Beschilderungen und Printmaterialien seien weitestgehend geändert – mit der Vorgabe, dass „erst verbraucht wird, dann erneuert“, heißt es aus dem Rathaus. Die Marketingarbeit, insbesondere die überregionale Kampagne seit Sommer, erscheine ebenfalls im neuen Gewand. Printanzeigen und Onlineanzeigen und Sonderformate wie ein Kinospot.

Gäste genießen die Atmosphäre im Kurpark. - © Thomas Reineke
Gäste genießen die Atmosphäre im Kurpark. (© Thomas Reineke)

Neben dem neuen Markenauftritt inklusive Logo kamen im „Tourismus-Dialog“ auch die Projekte mit Tourismusbezug zur Sprache, die in den kommenden Jahren auf der Agenda stehen - wie unter anderem ein „Masterplan Beherbergungsbetriebe“ mit kritischer Prüfung des Bestandes, der Ausbau der Sichtbarkeit des Kneipp-Prädikats sowie der Leistungen auf der „SalzuflenCARD“, die Weiterentwicklung der Veranstaltungsformate oder die Aufwertung Landschaftsgarten mit mehr Sitzmöglichkeiten und der geplanten Kneipp-Erlebnis-Welt. Highlight-Projekte wie der neue Nachtflohmarkt sollen fortgeführt und neue Formate geschaffen werden.

„Medicampus“ spielt wichtige Rolle

Bürgermeister Tolkemitt hob während der Sitzung darüber hinaus den Zusammenhang zwischen den strategischen Zielen der Stadt, der weiterhin positiven Entwicklung des „Medicampus“ an der Parkstraße und der zukünftigen Ausrichtung des erst jüngst für knapp 18 Millionen Euro umgebauten Kurhauses hervor.

Alexander Bleifuß, Fachdienstleiter Tourismus, Marketing und Gesundheit der Stadt, erläuterte anhand von konkreten Projekten die aktuellen Entwicklungen, touristischen Kennzahlen und Herausforderungen bei der Umsetzung. Im weiteren Verlauf veranschaulichte Marketingleiterin Doris Halgmann-Bole mit einer Präsentation die Markenidentität der Salzestadt.

Alexander Seiz (Consultingunternehmen Kohl & Partner, von links), Anna-Lisa Davidovic, Bürgermeister Dirk Tolkemitt, Ralf Hammacher und Alexander Bleifuß im Kurhaus. - © Stadt Bad Salzuflen
Alexander Seiz (Consultingunternehmen Kohl & Partner, von links), Anna-Lisa Davidovic, Bürgermeister Dirk Tolkemitt, Ralf Hammacher und Alexander Bleifuß im Kurhaus. (© Stadt Bad Salzuflen)

Auch das „Gesundwerk Bad Salzuflen“ gewährte einen Einblick in den eigenständigen Markenprozess. Leiterin Anna-Lisa Davidovic betonte die Stärkung des Gesundheitsstandorts und die Zielsetzung, Synergien mit der Stadtmarke zu schaffen und die touristische Wertschöpfung im Gesundheitssegment zu fördern. Zudem konnten sich die Tourismus-Profis über die Frage austauschen, wie Bad Salzuflen gemeinsam weiter zu einem „Wohlfühlort“ wachsen könne.

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