Blomberg-Istrup. Die Ortsdurchfahrt in Istrup ist als Teil der Ostwestfalenstraße eine zentrale Verkehrsachse, dementsprechend hoch ist der Durchgangsverkehr. Hoch ist aber auch die Lärmbelastung für die Anwohner, wenn die 40-Tonner über die marode Fahrbahn „brettern“. Wie bereits berichtet, ist nun die langersehnte Sanierung der Ortsdurchfahrt in greifbare Nähe gerückt. Was genau geplant ist, haben die Istruper jüngst in einer Bürgerversammlung von Fachbereichsleiter Detlef Wehrmann erfahren. Neben der Freude darüber, dass es endlich losgeht, treiben die Bürger jedoch weiterhin einige Sorgen um. „Das Thema steht seit mehr als 15 Jahren bei Straßen.NRW in den Straßenbegleitplänen. Es ist immer wieder nach hinten gerutscht“, berichtete Bürgermeister Christoph Dolle von dem langen Prozedere. Einen ersten Erfolg habe es vor vier Jahren gegeben, als es ihm gelungen sei, sieben Behörden für einen Ortstermin nach Istrup zu holen. Einig seien sich alle darüber gewesen, dass unbedingt etwas passieren muss, jedoch habe Straßen.NRW erklärt, aktuell keine Personalkapazitäten zu haben, um für dieses Projekt in die Vorplanung zu gehen. Stadt hat die Verantwortung übernommen Um die Sanierung schneller voranzutreiben, hat schließlich die Stadt Blomberg in Absprache mit Straßen.NRW die Verantwortung für die Grundlagenplanung übernommen und die Mittel vorgestreckt. Das Planungsbüro ist mit den Arbeiten nun soweit fertig, jedoch gibt es einen Punkt, der immer noch nicht entschieden ist. Die Beteiligten seien sich noch nicht einig, ob es eine Ampel im Kreuzungsbereich L 712 Ortsdurchfahrt Istrup und der Detmolder Straße K 78 geben wird, berichtete Wehrmann. Doch von vorne: Die Planung sieht nun so aus, dass die beiden Fahrbahnen von jeweils 3,50 Meter Breite je einen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer – also einen mit einer gestrichelten Linie von der Fahrbahn abgegrenzten Bereich – erhalten. Problematisch wird es im Bereich der Querungshilfen. Dort biete die Fahrbahn dann nicht mehr genügend Platz für die Schutzstreifen, daher werden sie an diesen Stellen unterbrochen, erklärte Wehrmann. „Um deutlich zu machen, hier gibt es keine scheinbare Sicherheit für Radfahrer.“ Tempo 30 sei für Straßen.NRW keine Option Ebenso biete der Knotenpunkt L 712/K 78 keinen Raum für die Schutzstreifen. Hier sei die Situation aber besonders kritisch. Daher gebe es nur zwei Möglichkeiten, diese Stelle sicherer zu machen, so der Fachbereichsleiter: Entweder Tempo 30 oder eine Ampel. Bei der Bedeutung dieser Straße komme für Straßen.NRW ein reduziertes Tempolimit jedoch nicht infrage, zumal der Kreuzungsbereich bisher unauffällig sei, was Unfälle betrifft. Verkehrsingenieure seien sich aber einig, dass an dieser Stelle etwas für die Sicherheit von Radfahrern getan werden müsse. Auf der anderen Seite gebe es Kritik seitens einiger Anwohner, die noch mehr Lärm fürchteten, wenn die Lastwagen vor ihrem Haus anhalten und wieder anfahren müssten. „All diese Punkte sind immer noch in der Diskussion, ich kann Ihnen heute noch nicht sagen, welche Variante kommt“, erklärte Wehrmann. In jedem Fall werde der Knotenpunkt so hergestellt, dass eine Ampel nachgerüstet werden könnte. Eltern fordern mehr Sicherheit für ihre Kinder Aus den Reihen der Bürger wurde immer wieder die Forderung nach mehr Sicherheit für die Kinder laut. Fahrzeuge würden viel zu schnell und teilweise auch über Rot fahren. „Das ist eine Zumutung“, sagte eine Mutter. Eine andere erklärte, dass die Kinder nach der Schule kaum die Möglichkeit hätten, die Straße zu überqueren. Viele Istruper plädierten daher für Tempo 30. Sie berichten außerdem von Tassen, die aus den Schränken fallen, und Rissen in den Wänden. Verschiedene Ideen, etwa einen Kreisverkehr zu installieren oder einen Blitzer aufzustellen, brachten die Anwohner ebenfalls zur Sprache. „Ich möchte nochmal klarstellen, wir reden nicht gegeneinander, wir sind nicht der Hemmschuh, gegen den sie an argumentieren müssen. Wir haben auch nicht das Recht verkehrsregelnde Maßnahmen zu erlassen“, machte der Bürgermeister deutlich. Ebenso seien keine Maßnahmen möglich, die als Neubau gelten. „Dass wir das als Stadt so massiv beschleunigen können, gelingt nur, weil es eine Straßenerneuerungsmaßnahme ist, sobald eine Maßnahme als Neubau definiert wird, sind die in einer völlig anderen Taktung“, gab Dolle zu verstehen. Dann würde es sicher zehn Jahre länger dauern. Es sei jetzt nicht die beste aller Lösungen, führte Dolle weiter aus. Jedoch eine realistische Lösung, mit deren Umsetzung bereits im nächsten Jahr begonnen werden und somit schnell mehr Sicherheit hergestellt werden könne. Zunächst Baustellenampel, später großräumige Umleitung Wie bereits berichtet, müssen auch die Kanäle erneuert werden. Die Bauzeit würde somit etwa vier Jahre betragen. „Viel zu lange für eine Einbahnstraßenregelung mit großräumiger Umleitung“, erklärte Wehrmann. Deswegen sei mit Straßen.NRW gemeinsam entschieden worden, die Maßnahmen zu splitten. Von 2026 bis 2028 sollen demnach die Gehwege sowie die Ver- und Entsorgungsleitungen innerhalb der Ortsdurchfahrt erneuert werden. Beide Fahrspuren bleiben in dieser Zeit durch eine Baustellenampel erhalten. Die Baustelle bringe dann auch automatisch den Vorteil einer reduzierten Geschwindigkeit mit sich. „Wir fangen am Wilbaser Weg an und arbeiten uns bis zur Kreuzung Detmolder Straße vor. Wenn wir dort angekommen sind, dann kann Straßen NRW. schon die Fahrbahn zwischen Blomberg und Istrup sanieren, weil wir da eine Umleitung über Höntrup haben, die relativ gut funktioniert“, erklärte der Fachbereichsleiter. 2029 soll dann die Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt sowie vom Ortsende bis zum Abzweig Mossenberg saniert werden. In dieser Zeit werde der Verkehr einspurig geführt und eine großräumige Umleitung eingerichtet.