Ehepaar aus Horn-Bad Meinberg wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Janet König und Erol Kamisli

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Die Anklagebank: (von links) Die 39-jährige Mutter mit Anwältin Deborah Weinert, der angeklagte Stiefvater (51) und Rechtsanwalt Christian Thüner. - © Erol Kamisli
Die Anklagebank: (von links) Die 39-jährige Mutter mit Anwältin Deborah Weinert, der angeklagte Stiefvater (51) und Rechtsanwalt Christian Thüner. (© Erol Kamisli)

Detmold. Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter ist ein Ehepaar aus Horn-Bad Meinberg am zweiten Verhandlungstag im Detmolder Landgericht für schuldig gesprochen worden. Der 51-jährige Stiefvater wurde zu vier Jahren und drei Monaten Haft, die leibliche Mutter (38) zu drei Jahren Haft verurteilt.

Dem Ehepaar war vorgeworfen worden, die eigene Tochter in 41 Fällen teils gemeinsam missbraucht zu haben. Der Stiefvater und die leibliche Mutter des inzwischen 15-jährigen Mädchens mussten sich vor der Jugendschutzkammer des Detmolder Landgerichts verantworten.

Es sollte die Geschädigte, die im Prozess als Nebenklägerin aufgetreten war, als Zeugin aussagen. Die Verhandlung fand aus Opferschutzgründen zu großen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Leibliche Mutter vergeht sich am Kind

Zum Prozessauftakt am 27. August wurde nur die Anklage verlesen. Dem 51-jährigen Ehemann wird vorgeworfen, seine Stieftochter zwischen Sommer 2017 und März 2019 mindestens 36 Mal missbraucht zu haben. Seine 38-jährige Frau muss sich laut Anklage in zehn Fällen wegen Beihilfe zum Missbrauch verantworten. Fünf Mal soll die leibliche Mutter darüber hinaus laut Landgerichtssprecher Wolfram Wormuth selbst Taten an ihrem Kind vollzogen haben. Die Angeklagten hätten dabei gemeinsam agiert. „In einem Fall hat erst der Stiefvater das Mädchen missbraucht und dann die Mutter Taten begangen", sagt Wormuth.

Seit Mitte März in U-Haft

Das Paar sitzt seit Mitte März in U-Haft. „Die Eltern haben ihre Kinder seitdem nicht mehr gesehen", sagt Verteidiger Christian Thüner, der den Stiefvater vertritt. Die 15-Jährige und ihre sechs Jahre alte Schwester waren sofort vom Jugendamt Lippe in Obhut genommen worden. Das jüngere Mädchen soll nicht missbraucht worden sein. Der Fall flog auf, weil die Mutter einem Bekannten gegenüber Andeutungen gemacht haben soll.

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