Amok-Droher fliegt vom Grabbe

Jost Wolf und Janet König

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Aufatmen am Grabbe - © Jost Wolf
Aufatmen am Grabbe (© Jost Wolf)

Detmold. Endlich scheint der Schrecken ein Ende zu haben. Immer wieder hatte das Grabbe-Gymnasium in diesem Jahr mit Amokdrohungen umgehen müssen. Schmierereien auf den Toiletten hatten mehrfach vor einem vermeintlichen Amoklauf gewarnt und Unterrichtsaufall provoziert. Die Schule reagierte zwischenzeitlich sogar mit abgeschlossenen Toiletten und einem Laufzettel, um weitere Taten zu verhindern. Jetzt heißt es für die Grabbianer aufatmen. Die Polizei hat einen Schuldigen ermittelt, das teilt Schulleiterin Daniela Faude in einem Schreiben an die Eltern mit. Das betroffene Kind wird nun von der Schule verwiesen.

Darüber hinaus kommen wohl auf die Familie des Kindes noch erhebliche Kosten zu, heißt es darin. Die Eltern werden voraussichtlich für die zahlreichen personalintensiven Einsätze der Detmolder Polizei aufkommen müssen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei habe sich das Grabbe immer sicher gefühlt.

Strategie geht auf

Die Ermittlungen hatten früh ergeben, dass es sich bei den Taten wohl um Kinder oder Jugendliche handeln könnte, die durch die Schmierereien Unterricht vermeiden wollten. Intensiv habe man mit der Polizei zusammen gesessen und eine Strategie entwickelt, berichtet Schulleiterin Daniela Faude. Das Kollegium habe die Lage beobachtet, Vergleiche angestellt und der Polizei schließlich einen Verdächtigen nennen können. Befragungen der Kriminalpolizei hätten den Verdacht schließlich bestätigt.

Mehr als ein halbes Jahr sei das Grabbe-Gymnasium immer wieder mit den vermeintlichen Amokdrohungen konfrontiert worden. Die Schule sei nun sehr erleichtert, diesen "Ausnahmezustand" hinter sich lassen zu können, heißt es im Elternbrief. Ein paar Eltern hätten Schulleiterin Daniela Faude auf den Brief geantwortet und ihre Erleichterung zum Ausdruck gebracht, dass der schuldige Schüler ermittelt worden sei, berichtet Faude. Sie selbst glaube, dass diese Erlebnisse die restlichen Grabbianer noch mehr zusammengeschweißt hätten.

Information

Krisenfall

Schulleiterin Danielas Faude geht in ihrem Schreiben auch auf die enge Zusammenarbeit im Krisenfall ein. In jedem einzelnen Fall hätten intensive Absprachen mit der Polizei Detmold, der Bezirksregierung Detmold als oberer Schulaufsicht, der Stadt Detmold als Schulträger und dem Krisenteam des Kreises Lippe stattgefunden, um die richtigen Maßnahmen zu besprechen und somit die Sicherheit der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Grabbe-Gymnasiums zu gewährleisten.

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