Zwei GPZ-Insassen wegen versuchter schwerer Brandstiftung vor Gericht

Yannick Sonntag

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Justizia_neu (© Symbolbild: Pixabay)

Detmold. Zwei Patienten des Gemeindepsychiatrischen Zentrums (GPZ) in Detmold müssen sich ab Donnerstag, 2. April, wegen versuchter schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Den 40 und 21 Jahre alten Männern aus Schieder-Schwalenberg und Oerlinghausen wird unter anderem vorgeworfen, am 29. September 2019 Kleidungsstücke und Papier aus den Zimmern der Mitpatienten gesammelt zu haben, die sie anschließend in Brand steckten. Bei Eintreffen der Polizei verschanzte sich das Duo laut Mitteilung in einem Zimmer. Einer der Angeklagten war bereits vor der Tat negativ auffällig geworden.

Bewaffnet mit abgebrochener Haarbürste

Bevor die beiden Männer das Feuer legten, hatten sich ihnen zunächst zwei Pfleger in den Weg gestellt. Die Angeklagten sollen bedrohlich auf sie zugegangen sein. Einer von ihnen war nach Angaben des Landgerichts Detmold mit einer abgebrochenen Haarbürste bewaffnet. Die Pfleger konnten schnell reagieren und eine Glastür zwischen sich und den Insassen schließen. Daraufhin sollen die Patienten die Kleidung und das Papier auf dem Boden verteilt und mit Hilfe eines Feuerzeugs und einer Deoflasche angezündet haben. Das Papier habe bereits heftig gebrannt, als ein Pfleger dazustieß und das Feuer löschte.

Als kurze Zeit später vier Polizeibeamte eintrafen, sollen sich die Beschuldigten in einem Zimmer verbarrikadiert und sich der Festnahme widersetzt haben. Erst unter der polizeilichen Androhung, Schusswaffen und Reizgas einzusetzen, ergaben sich die beiden Männer schließlich.

Golfschläger-Attacke in Schieder-Schwalenberg

Sechs Tage soll einer der Beschuldigten zu der Wohnung eines Tatzeugen in Schieder-Schwalenberg gefahren sein. Als sich dieser weigerte, sein Mobiltelefon für einen Anruf auszuhändigen, soll ihm der Angeklagte so hart mit einem Golfschläger auf den Hinterkopf geschlagen haben, dass der Kopf des Schlägers abbrach. Das Opfer erlitt eine Platzwunde, ein Hämatom und eine Schwellung am Hinterkopf.

Wie das Landgericht Detmold schreibt, kam das Gutachten eines Sachverständigen zu dem vorläufigen Ergebnis, "dass beide Beschuldigten zur Tatzeit voraussichtlich nicht schuldfähig waren und die medizinischen Voraussetzungen für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus voraussichtlich vorliegen."

Erst Anfang März musste sich ein 66-Jähriger aus dem GPZ wegen versuchten Mordes vor dem Detmolder Landgericht verantworten. Wenige Wochen zuvor war bereits gegen eine Insassin wegen versuchten Totschlags durch Brandstiftung verhandelt worden.

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