Detmold. Die 19-jährige Detmolder Studentin Kristin Plöger studiert Medizin in Kiel. Gerade bereitet sie sich auf das Physikum vor, lernt jeden Tag acht bis zehn Stunden, und steht kurz vor dem ersten Staatsexamen. Ihren Ausgleich findet die Detmolderin auf dem Rücken der Pferde – bei Diomndo, ihrem dreizehnjährigen Deutschen Reitpony. „Es war Liebe auf den ersten Blick", erinnert sie sich, wie sie das Fohlen auf einem Pferdehof bei Hamburg kennenlernte. Damals hätte sie laut Pressemitteilung nicht gedacht, dass sie zu dem hübsch gescheckten Pferd einmal diese enge Bindung haben könnte.
„Diomndo war mir sofort aufgefallen. Er stand auf einer Wiese, war schüchtern und alleine, immer etwas außen vor. Er sah aus, als ob er sich durch die anderen Pferde nicht akzeptiert fühlte. Da ging ich hin und habe versucht das auszugleichen. Und das war der Beginn einer ganz besonderen Beziehung", erinnert sich die Detmolderin.
Videodreh fürs Voting
Es ist eine spezielle Disziplin, die sie mit dem Pferd verbindet: „Liberty" bezeichnet eine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd ohne Trense und Zügel. Diese Disziplin lernte Kristin Plöger vor ein paar Jahren über eine Freundin kennen und schätzen. Seit neun Monaten arbeitet sie nun mit dem Kasseler Trainer Thomas Günther zusammen, über den sie auf einen besonderen Wettbewerb aufmerksam wurde: den „Liberty Cup" Ende August in Aachen.
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Cup ist ein Video, für das Kristin Plöger nun Stimmen braucht: Nur die besten fünfzehn Reiterinnen und Reiter dürfen am „Liberty Cup" teilnehmen. So entschloss sich die junge Studentin, den geforderten Film zu drehen – mit Unterstützung ihrer Nachbarn, die zwar keine Erfahrung mit Pferden, aber die Kamera und Know-How mitbrachten. „Wir haben am Strand gedreht, am Stall und auf einem Geländeplatz", erinnert sich Kristin Plöger. Besonders gern erinnert sie sich an die Drehaufnahmen am Strand.
Auch Querido ist auf dem Video zu sehen, ein Pferd, das sie sich im Gegensatz zu Diomndo nicht selbst ausgesucht hat, dem sie viel beigebracht hat, von dem beide Seiten profitieren. Querido ist ein Springpferd, das aus dem Reitsport kommt und Freiarbeit überhaupt nicht kannte. Es ist das Pferd ihrer Mutter, ein riesiger 15-jähriger Oldenburger. An ihm versuchte sie die neu erlernte Technik anzuwenden und hat erstaunlich positive Erfahrungen gemacht. Querido hatte in der Vergangenheit nicht die besten Erfahrungen mit Menschen, er biss, trat und stieg gerne. Beim Training wurden diese Verhaltensmuster zu einer großen Herausforderung, die beide, Pferd und Reiterin, Stück für Stück überwanden, bis Querido keine Abwehrreaktion mehr zeigte und sich mittlerweile gern auf Kommunikation einlässt.
Fehler macht nur der Mensch
Die Pferde bieten der Studentin einen wichtigen Ausgleich zum stressigen Alltag, spornen sie sogar noch an, ihre Leistungen zu verbessern, bieten ihr jede Menge Naturerfahrung und auch die Herausforderung, an sich persönlich zu arbeiten: „Man muss sehr selbstreflektiert sein, um Fehler zu finden in der Kommunikation mit dem Pferd, denn wenn etwas nicht klappt, muss man ohne Trense und Halfter nur bei sich selber den Fehler dafür suchen", sinniert die Studentin. „Fehler liegen immer nur beim Menschen. Die Pferde wollen immer alles geben, und wenn etwas nicht klappt, ist es meine Schuld. Ohne Trense kann ich keine Fehler kaschieren. Dann muss ich auf höherem Level kommunizieren", philosophiert die Reiterin. Und dieses Einfühlungsvermögen wird sie auch in ihrem späteren Beruf bestens anwenden können.
Nun hofft die Detmolderin auf viele Voting-Stimmen. Die Hotline für die Videos ist seit dem 4. Juli freigeschaltet. Was ist ihre Lieblingsszene? „Das ist eine Sequenz im Feld", schwärmt Kristin Plöger: „Ich erzähle Querido und Giomdo eine Geschichte. Das Vertrauen, dass beide Pferde sich komplett hinlegen und entspannen auf meinen Zuspruch hin – diese Erfahrung werde ich nie vergessen."
Für Kirsten Plöger kann man hier stimmen: https://t1p.de/kild.
Infos zum Wettbewerb gibt es auf www.libertycup.de/voting