Detmold. Das Wetter ist trüb und der Himmel verdunkelt sich über dem Logo der Geschwister Scholl Gesamtschule im Herzen Detmolds. Es erinnert an Hans und Sophie Scholl – Mitglieder der Widerstandsgruppe der „Weißen Rose". Sie hatten mit Flugblättern gegen das nationalsozialistische Regime protestiert und letztendlich dafür mit ihrem Leben bezahlt. Dieser Mut wird von der Schule und ihren Lehrern immer wieder im Unterricht behandelt und aufgegriffen. In diesem Fall passiert das in Form einer Stolpersteinverlegung Anfang des neuen Jahres in der Innenstadt. Gründer und Erfinder der Stolpersteine ist Gunter Demnig. Sieben der neun neugelegten Stolpersteine will die Geschwister Scholl Gesamtschule zusammen mit ihren Schülern pflegen. „Es war geplant, dass sich der ganze siebte Jahrgang mit dem Thema beschäftigt", verrät Christa Stratmann, Religions- und Gesellschaftslehrerlehrerin. „Durch Corona wurde das allerdings schwierig und so haben wir ein Pilotenprojekt mit zwei siebten Jahrgängen gestartet", sagt sie. Dies sei ein fächerübergreifendes Projekt, es werde also in Geschichte (Gesellschaftslehre), Deutsch und Religion behandelt. Zweimal jährlich sollen die Stolpersteine von den Schülern geputzt werden. „Es ist eine Aktion, die gut zu unserem Schulprogramm passt", ergänzt Ernst Meuß, Fachkollege und kommissarischer stellvertretener Schulleiter. Die Beschriftungen auf den Stolpersteinen sind eine Mischung aus verschiedenen Religionen, Geschlechtern, wie auch unterschiedlichen Deportationsgründen. Diese Vielfalt soll die Willkür der Nationalsozialisten und die Absurdität ihres Gedankengutes darstellen. Schüler übernehmen Pflege Bei den Namen der Steine handelt es sich um das Ehepaar Kauders sowie Hildegard Kleesiek und die Familie Valk. Die Pflege der beiden anderen Steine von den Geschwistern Lükermann werden vom Grabbe-Gymnasium Detmold übernommen. Alle der vertretenen Opfer waren junge Menschen, manchmal gerade mal wenige Jahre älter als die Schüler, die sich mit ihnen auseinander setzten müssen.Barbara Klaus, Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, betont: „Der Terror konnte jeden treffen, unabhängig von Religion und Altersgruppe."Gesucht werden Verwandte der Geschwister Lükermann. Hinweise über www. gfcjz-lippe@t-online.de