10.000 Euro Schaden nach Vandalismus an rund 130 Bäumen

Jana Beckmann

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Am Viethberg und an anderen Stellen im Stadtgebiet hat es Beschädigungen an den Bäumen gegeben. - © Stadt Detmold
Am Viethberg und an anderen Stellen im Stadtgebiet hat es Beschädigungen an den Bäumen gegeben. (© Stadt Detmold)

Detmold-Heidenoldendorf. Was reitet jemanden, so etwas zu tun? Das ist die Frage, die sich Heidenoldendorfs Ortsbürgermeister Wolfgang Schriegel stellt. Bürger hatten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es Schäden an neu gepflanzten Bäumen im Westen des Ortsteils gibt. Außerdem wurden ähnliche Fälle auf dem Vietberg bekannt, wo sich eine noch viel größere Zerstörung zeigte.

Wie die Polizei eine Woche später mitteilt, ist ebenfalls eine Obstplantasche "Am Busch" angegangen worden. Dort trennten die Täter die Baumgurte ab und entfernten den Rehschutz sowie angebrachte Baumbeschilderungen von etwa 30 Bäumen.

„In den vergangenen Tagen wurden im Ortsteil Heidenoldendorf von Unbekannten rund 100 junge Baumstandorte beschädigt", fasste die Stadtverwaltung es am Mittwoch zusammen. Die Wassersäcke zur Bewässerung seien entfernt, die Haltegurte durchgeschnitten und die Spiralen an den Baumstämmen zum Schutz vor Wildtierverbiss abgerissen worden. Das alles benötigten die noch jungen Bäume, um sich in den ersten Jahren nach der Pflanzung gut zu entwickeln.

Nicht der erste Vorfall

Betroffen sind gemäß dem aktuellen Stand unter anderem 16 Birken am Birkendamm, fünf am Eichenkrug, 27 Bäume an der Schwarzenbrinker Straße und – der größte Schaden – alle 52 Obstbäume am Geh- und Radweg am Vietberg. Die dortigen Obstbäume, die von allen Detmoldern abgeerntet werden dürfen, waren bereits kurz nach ihrer Anpflanzung 2019 Opfer von Zerstörung. „Etwa 15 sind damals abgeknickt worden", erinnert sich Wolfgang Schriegel, der sich zusammen mit Cord Brüning vom Heimatverein Hiddesen für die Anlage des Radwegs zwischen den beiden Ortsteilen eingesetzt hatte. Im Anschluss mussten die betroffenen Bäume ersetzt werden.

Bei dem aktuellen Vorfall wurden, so wie es bislang aussieht, die Bäume selbst nicht beschädigt. Nach bisherigen Schätzungen rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten von etwa 10.000 Euro, um alle Baumstandorte wieder fit zu machen. Jeder Baum muss einzeln überprüft werden, damit weitere Schäden ausgeschlossen werden können. Zudem müssen die Fachleute die Reste der Haltegurte, Wildschutzspiralen und Wassersäcke entfernen und neue anbringen.

„Im Ausschuss kämpfen wir für jeden Baum und dann macht jemand alles kaputt"

Dies bedeutet nicht nur Materialkosten, sondern auch einen hohen Arbeitsaufwand. „Hier hat sich eine Zerstörungswut gezeigt, die nicht nachzuvollziehen ist. Die Bäume leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern werten auch ihr Umfeld erheblich auf", werden Bürgermeister Frank Hilker und Technischer Beigeordneter Thomas Lammering in einer Mitteilung aus dem Rathaus zitiert. Die Stadt Detmold habe Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Im Jahr 2019 hatte es ebenfalls eine Anzeige gegeben, damals durch Ortsbürgermeister Wolfgang Schriegel. Täter zu ermitteln erwies sich jedoch als schwierig. Und jetzt ein erneuter Vorfall. „Da regt man sich auf", sagt der Heidenoldendorfer, der für die SPD im Stadtrat sitzt. „Im Ausschuss kämpfen wir für jeden Baum und dann macht jemand alles kaputt."

Der Gesamtschaden an den etwa 130 angegangenen Bäumen beläuft sich laut Polizei auf mehr als 10.000 Euro. Beobachtungen in dem Zusammenhang oder Hinweise auf die Verursacher nimmt das Kriminalkommissariat in Bad Salzuflen unter der Telefonnummer 05222-98180 entgegen.

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