"Hermanns kleiner Bruder" wird 125

Daniela Cremer

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Das Hermannsdenkmal im US-amerikanischen New Ulm. - © Lippisches Landesmuseum
Das Hermannsdenkmal im US-amerikanischen New Ulm. (© Lippisches Landesmuseum)

Detmold. "Hermanns kleiner Brüder", die Kopie des Hermannsdenkmals in New Ulm im US Bundesstaat Minnesota, wurde am 25. September 1897 eingeweiht. Auf den Tag genau 125 Jahre später, am Sonntag, 25. September 2022, findet im Lippischen Landesmuseum eine Spezial-Führung statt, die der Frage nachgeht, wie die Varusschlacht zum Mythos wurde.

Wie, wann und vor allem warum wurde aus Arminius Hermann? Warum wurde ihm im 19. Jahrhundert das Denkmal bei Detmold und später eines in den Vereinigten Staaten erbaut? Solchen Fragen geht die Führung im Lippischen Landesmuseum nach, in der anschaulich dargestellt wird, wie die Schlacht im Teutoburger Wald im Laufe der Geschichte zu einem Mythos gemacht, für politische Ziele missbraucht und vermarktet wurde. Wie das Museum mitteilt, wird bei der Führung auch thematisiert, warum der kleine Hermann ausgerechnet New Ulm in Minnesota entstand.

Was macht Hermann in den USA?

EIn Blick in die Ausstellung "Mythos Varusschlacht". - © Annika Drewes / Bildwerk
EIn Blick in die Ausstellung "Mythos Varusschlacht". (© Annika Drewes / Bildwerk)

Das Vorbild, das zwischen 1838 und 1875 nach Entwürfen von Ernst von Bandel erbaute Hermannsdenkmal, ist mit einer Gesamthöhe von fast 54 Metern die höchste Statue Deutschlands, bis 1886 sogar die höchste Statue der Welt. "Hermann the German" in Minnesota ist nicht so groß wie sein deutsches Vorbild, aber mit seinen rund 31 Metern nach der New Yorker Freiheitsstatue immerhin das zweitgrößte Kupferdenkmal der USA. Die Idee für das Denkmal in New Ulm geht auf eine Gruppe deutscher Einwanderer zurück, die auch den Bau finanzierte.

Der auf beiden Denkmälern dargestellte Hermann ist der Cheruskerfürst Arminius. Unter seiner Führung wurde im Jahr 9 nach Christusi im Teutoburger Wald ein großes römisches Heer des Feldherren Quinctilius Varus vernichtend geschlagen. Die Schlacht und ihre Protagonisten gerieten für lange Zeit in Vergessenheit. Erst im 18. Jahrhundert widmeten einige deutschsprachige Autoren Arminius, seinem Liebesdrama mit Thusnelda und seinem Kampf gegen die Römer mehrere Opern und Theatertragödien.

Die Führung beginnt um 15 Uhr und kostet drei Euro zuzüglich Eintritt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung wird empfohlen unter Tel. (05231) 99250 oder per E-Mail an shop@lippisches-landesmuseum.de. Eine Online-Buchung ist auf lippisches-landesmuseum.de möglich.

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