Detmold. „Wir haben zu wenig Stühle aufgestellt“, stellte das Team des Netzwerks Klosterlandschaft OWL um Projektleiter Hans Hermann Jansen angesichts der Zahl der Besucher fest, die in den "Garten der Stille" am Institut St. Bonifatius spaziert ist. Flugs wurden weitere Sitzgelegenheiten herbeigeschafft. Die vielen Besucher waren zum Auftakt des Klostersommers auf den Detmolder Kupferberg gekommen, wie die Netzwerk-Verantwortlichen mitteilen.
Denn einen schöneren Auftakt in den Klostersommer hätten sich die Akteure nach eigenen Angaben nicht wünschen können. Darin waren sich alle einig - spätestens "als später, sanft begleitet vom leisen Rauschen der alten Bäume, die dem ,Garten der Stille' eine ganz eigene Atmosphäre verleihen, der Klang eines Violoncellos in den wolkenlosen Julihimmel aufstieg. Werke von Johann Sebastian Bach und George Crumb waren es, denen der Cellist Gaetano Simone eine ganz besondere Sprache zuteil werden ließ", zeigen sich die Organisatoren begeistert.
Cellist verleiht der Musik Flügel
Er habe der Musik Flügel verliehen, habe sie mit sicherer Intonation und leichtfüßigen Tempi von aller Schwerkraft befreit und einen Tanzsaal zwischen Himmel und Erde geschaffen, heißt es weiter. "Virtuos rückte der italienische Künstler die Kompositionen mit einer Mischung von Verstand, Herz und Sachdienlichkeit vor seinen Zuhörern in ein Licht, das kein Blendwerk war. Nicht weniger luzid trat er mit dem ,Dialogo' aus György Ligetis Sonata für Violoncello solo in ein ,Duett' mit Dr. Tanja Busse ein, die über ,Unsere gefährdete Schöpfung – und wie wir sie schützen können' referierte."
In eindringlichen Worten analysierte die Hamburger Journalistin, Autorin und Ökologieexpertin mit ostwestfälischen Wurzeln die derzeitige Umweltkrise, äußerte sich zu Klimawandel und Artensterben und zeigte Lösungen auf: „Braucht die Natur Rechte?“, fragte sie und malte nach einem ganz klaren Ja den Zuhörern aus, wie es wäre, wenn Tier- und Pflanzenarten vor Gericht ziehen und ihr Recht auf Überleben einklagen könnten. „Wir müssen uns darüber klar sein, dass biologische Vielfalt und ein stabiles Klima für uns überlebenswichtig sind“, sagte Busse. „Oder anders ausgedrückt: Das Sterben der anderen wird auch unser eigenes und das unserer Nachkommen sein.“
Programm bis zum 13. August
Der Klostersommer 2023, der noch bis zum 13. August mit vielen Veranstaltungen an 15 Orte in drei Landkreisen lockt, wird vom Land sowie von den Kreisen Höxter, Lippe, Gütersloh und Paderborn, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Verbundvolksbank OWL gefördert. Zu den Veranstaltungen gehört ein Orgelkonzert mit Friedhelm Flamme am Samstag, 15. Juli, ab 18 Uhr in der Kirche St. Marien in Lemgo. Der Eintritt ist frei.
Eine Broschüre mit allen Terminen kann kostenlos bei den Veranstaltern angefordert werden, E-Mail: buero@klosterlandschaft-owl.de. Zudem steht ein Download des Heftes auf www.klosterlandschaft-owl.de bereit.