Detmold. Der Sportentwicklungsplan in Detmold soll aufzeigen, was die Stadt wie entwickelt und wo möglicherweise sie regulierend aktiv werden muss. Muss ein Angebot ausgeweitet werden? Reichen die Anlagen aus? Angesichts der mittlerweile sehr vielfältigen Angebote und des Trends zu immer mehr Fitness gibt es von Zeit zu Zeit Überblicke, denn so viel ist klar: Sport ist etwas Dynamisches. Und ebenso dynamisch entwickelt er sich in Detmold. Sports4Kids „Sports4Kids“ ist ein Angebot, über das Kindern im Vorschulalter seit 2018 eine einjährige Sportvereinsmitgliedschaft geschenkt wird und ein mittlerweile fest etabliertes Sportförderinstrument in Kooperation von Stadt, Sportverband und Kindertageseinrichtungen. Von den Gutscheinen für jährlich rund 750 berechtigte Kinder wird laut der Stadtverwaltung rund ein Viertel eingelöst. Bei Veranstaltungen werde für das Angebot der Sportvereine geworben, zum Beispiel beim Frühlingsfest oder beim Hermi-Lauf, einem Volkslauf speziell für eine junge Zielgruppe. Mit rund 400 Anmeldungen von Kindern (zuzüglich Begleitpersonen) habe sich dieser professionalisiert. Seit 2024 sei die Teilnahme von Menschen mit Behinderung ausdrücklich erwünscht und werde aktiv gefördert. Sport inklusiv „Sport Inklusiv“ verfolgt das Ziel, die Teilhabe von Menschen mit körperlichen, seelischen und/oder geistigen Beeinträchtigungen am und durch Sport nachhaltig zu verbessern. Seit Projektbeginn ist die Zahl inklusiver Vereinsangebote nach Angaben der Stadtverwaltung auf 24 angestiegen. Angesichts des gestiegenen Bedarfs an Übungsleitern sei eine ausreichende Anzahl an qualifiziertem Betreuungspersonal von zentraler Bedeutung. Über die Projektmittel seien bislang 46 Übungsleiter-Qualifizierungen durchgeführt worden. Seit Mitte Mai 2025 ist Detmold Fokus-Kommune für Sport und Inklusion. In diesem Zusammenhang unterstützt und begleitet Special Olympics NRW die Stadt Detmold, um die Inklusion im Sport weiter voranzubringen. Sport im Park „Sport im Park“ ist eine durch Sportvereine organisierte Veranstaltungsreihe in den Sommerferien, die es in Detmold seit 2020 gibt. Das Konzept zielt auf ein möglichst niedrigschwelliges Bewegungsangebot, das auf öffentlichen Freiflächen für jeden, auch ohne Vereinsmitgliedschaft und ohne Voranmeldung zugänglich ist. Wie die Statistik zeigt, könnten mit dem Angebot neue Vereinsmitglieder gewonnen werden (etwa 40 pro Jahr). Im Schnitt würden pro Woche 20 verschiedene Angebote unterbreitet und so insgesamt rund 1000 Teilnahmen erreicht. „Sport im Park“ ist für 2025 und die Folgejahre fest eingeplant. F.I.T.-Mobil, Offene Sporthalle und F.I.T.-Box Das F.I.T.-Mobil ergänzt den Vereinssport durch offene Bewegungsangebote in den Sozialräumen. Bei schlechtem Wetter bietet die „Offene Sporthalle“ eine Indoor-Alternative, die unter dem Titel „Offene Sporthalle inklusiv“ auch regelmäßig barrierefrei zugänglich ist. Mit insgesamt rund 13.000 Teilnehmern seit Projektstart hat sich das F.I.T.-Mobil als bedeutender Bestandteil etabliert, urteilt die Stadtverwaltung. Hervorzuheben sei hier die „Brunnenwiese“ an der Brunnenstraße – ein ehemaliger Fußballplatz im Zentrum Detmolds mit großer Freifläche und angrenzendem Spielplatz. Dort wurde im März 2025 die F.I.T.-Box installiert: ein Outdoor-Schrank, der verschiedene Spiel- und Sportgeräte zur selbstorganisierten Nutzung bereithält. Die Nutzung erfolgt nach kostenloser App-Registrierung, über die Trainingszeiten gebucht werden können. Schwimmförderung Viele Viertklässler verlassen die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Die Stadt Detmold hat auf diese bundesweite Entwicklung reagiert und bietet seit 2019 eine winterliche Unterstützung des Schulschwimmens an. Diese soll fortgeführt werden. Zusätzlich sei über das Programm „kinderstark“ eine weitere Schwimmlehrerin (19,5 Stunden pro Woche) eingestellt worden. Insgesamt seien in den Sommer- und Herbstferien 464 Kinder erreicht worden. Infrastruktur Mit der Schaffung einer hauptamtlichen Stelle im Sportverband Detmold wird das gemeinsame Ziel verfolgt, den Sport für alle Zielgruppen weiterzuentwickeln und zu fördern. 2024 hat der Sportverband seine Geschäftsstelle am Marktplatz 3 unter dem Titel „Heimspiel – das OWL-Vereinshaus“ eröffnet. In Kooperation mit den vier Profivereinen SC Paderborn 07, Arminia Bielefeld, TBV Lemgo Lippe, HSG Blomberg-Lippe sowie der Stadt hat der Sportverband damit eine neue Anlaufstelle für Sportbegeisterte geschaffen Kunstrasensportplätze Die Kunstrasenplätze in Heidenoldendorf und Jerxen-Orbke haben in den Sommerferien 2023 und 2024 einen neuen Belag erhalten. Die Verwaltung will die Entwicklung und Auslastung der Sportplätze weiterhin beobachten und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zur Belagserneuerung oder Umwandlung in Kunstrasenplätze vorschlagen, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des organisierten Sports gerecht zu werden. Life Park Detmold Mit einem Jugendkulturfest ist der Life Park Ende August 2024 feierlich eröffnet worden. Seither werden die Skate-Anlage, der Flow-Park sowie die Parcours- und Calisthenics-Anlage intensiv genutzt, wie die Stadtverwaltung berichtet. Bereits 2024 gründete sich der Verein „LIPslide Skateboarding“, der regelmäßig kostenlose Trainings und Workshops anbietet. In Kooperation mit der Bürgerstiftung Detmold wird seit Mai nun auch ein Sport-Pavillon betrieben, sodass Kinder und Jugendliche kostenlos Skateboards und Schutzausrüstung ausleihen können. Um diesen Raum langfristig attraktiv und nutzbar zu halten, sei die gemeinsame Betreuung der Anlage durch verschiedene Akteure nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig – ganz im Sinne des Leitsatzes: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Discgolf-Anlage Wie eine erste Evaluation zeigt, besteht eine große Nachfrage nach der Disc-Golf-Anlage am Baumlehrpfad am Hangar 21: Für das Jahr 2024 (ab Mai) haben sich insgesamt 160 Spieler über die sogenannte U-Disc-App registriert und 744 Runden gespielt. Die App weist zudem aus, dass die Spieler 738 Stunden auf der Anlage verbracht haben – im Schnitt wurde die Anlage somit von Mai bis Dezember täglich über drei Stunden genutzt. Die tatsächliche Nutzung ist nach Angaben der Stadtverwaltung vermutlich noch höher. Sanierung von Sporthäusern Nachdem im Jahr 2020 mehrere Sanierungsanträge von Sportvereinen eingegangen waren, ließ die Stadtverwaltung den Zustand aller neun städtischen Sporthäuser prüfen. Sicherheitsrelevante Mängel wurden kurzfristig behoben – und, je nach Priorität, geht es weiter. Um die laufende Unterhaltung der Sporthäuser zu verbessern, wurde zudem die jährliche Instandhaltungspauschale von 28.000 auf 43.700 Euro angehoben. Ausblick Der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS) eröffnet laut Stadtverwaltung die Chance, Schule, OGS und das Sportsystem noch enger miteinander zu verzahnen. Neben den laufenden Sporthaussanierungen soll die Umrüstung der städtischen Sportplatzbeleuchtungen auf LED-Technologie mittelfristig ein zentrales Thema sein. Diese Maßnahme leiste einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, indem sie den Stromverbrauch und die CO?-Emissionen deutlich reduziere sowie die laufenden Betriebskosten senke. Gleichzeitig profitierten die Sportvereine von einer verbesserten Ausleuchtung und von besseren Trainingsbedingungen. Ab 2026 ist eine schrittweise Umrüstung von drei Plätzen pro Jahr vorgesehen, 2029 soll alles fertig sein.