Detmold. Mit Beginn dieses Wintersemesters haben wohl so viele Studierende wie lange nicht in Detmold nach einer passenden Wohnung oder einem WG-Zimmer gesucht. Ein Grund dafür ist die Umstrukturierung an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL): Die TH plant, die Bereiche Innenarchitektur, Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur künftig zu vereinen. Mit dem geplanten Umzug des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung von Höxter nach Detmold ist hierfür bereits ein Schritt unternommen worden. Problem nur: Entsprechend steigt auch die Zahl derjenigen, die vor Ort leben möchten. Bezahlbarer Wohnraum ist für Studierende auch in Detmold rar gesät. Die Hochschule ging für dieses Wintersemester von 350 zusätzlichen wohnungssuchenden Studierenden aus und rief deshalb jüngst private Eigentümer auf, freie Wohnungen oder WG-Zimmer per E-Mail an susanne.kost@th-owl.de zu melden. Studierendenwerk rät zu frühzeitiger Suche Das Studierendenwerk Bielefeld, zuständig auch für Detmold, verfolgt die Entwicklung aufmerksam, wie die LZ auf Anfrage erfuhr. „Wir haben Kenntnis davon, dass die Stadt Detmold sich mehr studentischen Wohnraum wünscht - sei es in unserer Verantwortung oder in privater Hand.“ Dies sei aus Sicht des Studierendenwerks ein sehr gutes und wichtiges Signal. Aktuell ermittle man, welche Möglichkeiten einer Beteiligung sinnvoll und tragfähig sein könnten. Studierenden rät das Werk zu einer frühzeitigen Suche, möglichst Monate vor Semesterbeginn. Neben eigenen Wohnheimplätzen biete man Beratungstermine an, die sich online buchen lassen. Chancen bestünden außerdem über Schwarze Bretter an den Hochschulen, Online-Portalen sowie persönliche Netzwerken in Hochschulgruppen und sozialen Medien. Das empfiehlt auch die Stadt Detmold. Bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft sei der richtige Weg, zunächst das Studierendenwerk anzusprechen. Auch ein Blick in digitale Kleinanzeigen-Portale sei besonders ratsam. „Wenn im Zentrum der Stadt und in unmittelbarer Hochschulnähe kein passender Wohnraum zu finden ist, könnten Studierende ihren Suchradius vergrößern und das Angebot in den 27 Ortsteilen sichten, wo insbesondere die Anbindung der Linie 701 im Viertelstundentakt flexible Mobilität sicherstellt“, so die Stadt, die zudem auf eigene Initiativen verweist. Stadt Detmold: „Mehrere Bauvorhaben in Planung“ „Im ehemaligen Britenviertel schaffen wir durch unser inzwischen deutschlandweit als Detmolder Modell umgesetztes Genossenschaftsmodell seit geraumer Zeit und fortlaufend neuen Wohnraum für Studierende. Dabei sind zum Beispiel Apartments entstanden, die zu Preisen von 220 Euro monatlich fair und erschwinglich sind. Mehrere private Bauvorhaben für Studierendenwohnen sind in der Planung und Vorbereitung.“ Darüber hinaus setzt die Verwaltung auf neue Konzepte: „Die Stadt Detmold verhandelt darüber hinaus über die Nutzung städtischer Grundstücke, um hier weiteren Wohnraum zu schaffen. Im Bereich der Kernstadt wird das ganz aktuelle Projekt Urban Pulse Entlastung schaffen, mit dem wir Hauseigentümer dafür gewinnen möchten, ehemals geschäftlich genutzten und nun leerstehenden Raum in Wohnraum in oberen Geschossen umzufunktionieren.“ Aus der Verwaltung heißt es darüber hinaus: „Damit wir Studierenden langfristig mehr Wohnraum in Detmold anbieten können, müssen wir noch mehr bauen und Nachverdichtungspotenziale konsequenter nutzen. Das setzt allerdings voraus, dass einzelne Interessensgruppen neue Baugebiete nicht pauschal ablehnen.“ Die Verwaltung sei hierfür auf die Mitarbeit und die Bereitschaft privater Grundstückseigentümer und die Akzeptanz in der Bevölkerung angewiesen.