Extertal-Asmissen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneefall ist der Rethberg in Linderhofe am Sonntag das Ziel zahlreicher Schlitten- und Skifahrer gewesen. Etwa 2000 zahlende Besucher verzeichneten die Mitglieder der Sternberger Wintersportfreunde an diesem Tag, weiß der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Ridderbusch. Hinzu kommen zahlreiche Kinder, denn bis zum Alter von sechs Jahren können Ski- und Schlittenlift kostenlos genutzt werden. Am Montag blieben die Lifte, die der 76 Mitglieder starke Verein betreibt, aufgrund fehlender Helfer stehen. Doch am Freitagnachmittag, spätestens Samstag sollen sie wieder laufen - vorausgesetzt das Wetter spielt mit und ein Seil kann repariert werden. Doch von vorn: Gegen 9 Uhr seien die ersten Wintersportbegeisterten am Sonntag in Linderhofe angekommen, obwohl die Lifte erst gegen 10 Uhr angeschmissen wurden. Sie hatten Glück, denn da waren noch genügend Parkplätze frei. Am Mittag habe das schon ganz anders ausgesehen. „Wir haben 80 Parkplätze direkt am Lift und noch 100 weitere sowie Abstellmöglichkeiten an der Burg Sternberg. Doch die waren ruckzuck voll. Die Leute parken dann an der Straße oder in der Siedlung Möntgeweg. Das gibt natürlich immer Ärger mit der Polizei und den Anwohnern“, sagt Ridderbusch. Wildes Parken Die Beamten mussten dieses Wochenende jedoch nicht ausrücken, weiß Vereinsvorsitzender Thomas Kuhlmann: „Trotzdem wird wild geparkt, teilweise stehen Besucher auf fremden Grundstücken. Das geht natürlich nicht.“ Manch einer hat eine lange Anreise auf sich genommen. Kennzeichen aus Osnabrück, Paderborn, Gütersloh, Bielefeld oder Minden sind neben vielen Autos zu sehen, die in Lippe zugelassen sind. Ordner regeln den Verkehr so gut es geht. Das weiß auch Besucherin Marlen Grote aus Lemgo zu schätzen. Sie war mit drei Teenagern auf dem Rethberg - nicht zum ersten Mal: „Da ich weiß, dass es schnell voll wird, waren wir schon um kurz vor 10 Uhr da. Die erste Stunde war es relativ leer, dann wurde es voller und langsam bildeten sich Schlangen vor den Liften.“ Sie habe den Ablauf als „sehr organisiert“ wahrgenommen: „Überall waren Ordner, die einem gesagt haben, wo ein freier Parkplatz ist, oder beim Schlittenlift geholfen haben. Alle waren nett, geduldig und gut drauf. Wir hatten sehr viel Spaß.“ Wer will, könne dank Toiletten, Kiosk, Grillstand und Glühweinausschank theoretisch den ganzen Tag am Berg verbringen. Dringend Helfer gesucht Doch der Kiosk sei gegen 15.30 Uhr schon ausverkauft gewesen, sagt Kuhlmann. Kein Wunder, war der Andrang noch einmal größer als im Januar vergangenen Jahres. Spontan machten die Helfer daher eine provisorische zweite Kasse auf. Auch drei Rettungssanitäter vom Deutschen Roten Kreuz waren für den Fall der Fälle vor Ort. Gegen 16.30 Uhr schloss dann die Anlage. Leider riss ein Stahlseil vom Skilift. „Wir hoffen, dass wir es zum kommenden Wochenende hin repariert bekommen“, sagt Kuhlmann. Ohne ginge es aber auch, immerhin seien 80 Prozent der Gäste auf Kufen statt auf Skiern unterwegs. Auch am Montag seien 300 bis 400 Menschen auf dem Rethberg Rodeln gewesen - allerdings ohne Lifte. Denn unter der Woche bekommen die Freiwilligen nicht genügend Helfer zusammen. Einige müssen eben arbeiten. Mindestens zehn Ehrenamtliche seien für den Betrieb notwendig. „Auch am Sonntag waren wir mit zehn Helfern vor Ort, davon zwei über 80 Jahre alt und drei über 70 Jahre alt. Das ist schon eine Mammutaufgabe, den ganzen Tag in der Kälte zu stehen“, meint Kuhlmann. Darum suche der Verein dringend weitere Helfer. „Es wäre doch sehr schade, wenn unsere Kinder und auch die Erwachsenen sonst bald keine Liftanlagen in unserer Region mehr hätten“, findet Beisitzer Björn Winkler. Auch wenn die Lifte nur noch ein paar Mal im Jahr laufen, aufgrund des Klimawandels in manchen Wintern sogar gar nicht mehr. Kuhlmann hofft, dass die Lifte am Freitagnachmittag wieder laufen. Denn so wie es aussieht, bleibt es bis dahin auch tagsüber frostig im Lipperland, sogar neuer Schnee wird erwartet. Aktuell würden in Extertal 12 bis 15 Zentimeter Schnee liegen. Mindestens sechs Zentimeter brauche es zum Rodeln, besser seien acht Zentimeter, weiß Ridderbusch.