Horn-Bad Meinberg. Ob der TSV Horn eine Videoüberwachung für das Eggestadion bekommen wird, ist noch ungewiss. Nach einem entsprechenden Antrag des Türkischen Sportvereins in der Ratssitzung Mitte April soll der Wunsch des Vereins im nächsten Sportausschuss Anfang Juli beraten werden. „Vor anderthalb Jahren hatten wir hier schon mal ein Hakenkreuz“, sagt Manager Ender Ünal und deutet auf die Klinkerwand des Sportlerheims am Eggestadion. „Vor etwa fünf Wochen nun erneut.“ Die Stadt habe, wie damals, sofort gehandelt und auch diesmal die Nazi-Schmiererei sofort entfernt. „Aber diesmal hat uns die Schmiererei mehr getroffen“, sagt Ünal. „Hier kommen auch Kinder hin!“ Der türkische Verein werde größer und habe unter den Mitgliedern viele Nationalitäten. „Wir haben Deutsche, Albaner, Spanier, Kolumbianer..., echtes Multi-Kulti also.“ Wegen des politischen Rechtsrucks in Deutschland bewerte man die Schmiererei nun eher als Angriff auf den Verein. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsschutz ergaben bislang nichts. Aber der Verein versuche nun noch einmal, eine Videoüberwachung zu bekommen. „So etwas wie unser zerstörtes Grillhäuschen damals, das ist Standard“, sagt Ünal. „Diese Probleme haben andere Vereine auch.“ Aber die Nazi-Schmierereien seien nun ein anderes Level. Stadtverwaltung bezweifelt die Verhältnismäßigkeit Schon während der Ratssitzung hatte Bürgermeister Heinz-Dieter Krüger den wiederkehrenden Vandalismus am Eggestadion aufs Schärfste verurteilt. Fachbereichsleiter Frank Brockmann hatte allerdings auf eine ältere Beschlussvorlage für den Sportausschuss im Februar 2024 hingewiesen. Damals hatte der TSV zum ersten Mal eine Videoüberwachung beantragt, die 1986 Euro kosten sollte. Eine Videoüberwachung durch einen öffentlichen Träger wird sowohl von den Datenschutzbeauftragen vom Bund, als auch von den Ländern nur in Ausnahmesituationen als angemessen erachtet“, hatte Brockmann darin geschrieben. Eine Videoüberwachung könne zur Ausübung des Hausrechts erlaubt sein. „Davon ist nur auszugehen, wenn der Berechtigte sein Grundstück durch zusammenhängende Schutzeinrichtungen gegen das unbefugte Betreten durch Dritte gesichert hat. Dies ist beim Eggestadion nicht der Fall.“ Mit anderen Worten: Eine Videoüberwachung am Eggestadion ist laut Stadtverwaltung nur dann möglich, wenn das Gelände auch komplett eingezäunt wird, wie Frank Brockmann noch einmal während der jüngsten Ratssitzung erklärte. „Dies ist im Vergleich zur Anschaffung einer Videoüberwachung in Höhe von circa 2000 Euro nicht verhältnismäßig.“ Nun liegt die Hoffnung des Vereins also bei der Politik, die während der Sportausschusssitzung im Juli zu einer anderen Meinung kommen könnte - die dann aber auch wiederum rechtlich zulässig sein müsste.