Die Feuerwehr Kalletal muss immer öfter ausrücken

Lorraine Brinkmann

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Am Pfingstsonntag vergangenen Jahres wurden die Einsatzkräfte zu einem Zimmerbrand in den Ortsteil Lüdenhausen gerufen. 235 mal musste die Freiwillige Feuerwehr 2020 ausrücken. - © Fotorechte: Feuerwehr Kalletal
Am Pfingstsonntag vergangenen Jahres wurden die Einsatzkräfte zu einem Zimmerbrand in den Ortsteil Lüdenhausen gerufen. 235 mal musste die Freiwillige Feuerwehr 2020 ausrücken. (© Fotorechte: Feuerwehr Kalletal)

Kalletal. Brände, Unfälle, Tierrettungen oder Unwetterschäden – das Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Kalletal war auch im Jahr 2020 groß. Hinzu kam die Corona-Pandemie, die nicht nur das Aufgabenfeld erweitert hat, sondern auch für den Wegfall von Fortbildungen und Versammlungen gesorgt hat. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und öffentliche Einrichtungen hat Wehrführer Udo Knaup den Jahresbericht vorgestellt.

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Und während sich die Feuerwehr über eine Zunahme an aktiven Kameraden freuen kann, sind diese offenbar auch notwendig: Denn die Einsatzzahlen sind seit 2017 stetig gestiegen. Insgesamt musste die Freiwillige Feuerwehr Kalletal mit ihren 241 aktiven Kameraden im vergangenen Jahr 235 mal ausrücken, dabei sind 5835 Einsatzstunden zusammengekommen. Zu den 44 Brandeinsätzen – darunter drei Großbrände – gehörten unter anderem ein Scheunenbrand in Erder im April, ein Zimmerbrand in Lüdenhausen am Pfingstsonntag, der Brand eines Verteilerkastens im Campingpark im Oktober und ein Carportbrand in Kalldorf ebenfalls im Oktober (die LZberichete jeweils).

Einsatz im Rahmen der Pandemie

Die meisten Einsätze, und zwar 16, kamen durch Technische Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen aber auch durch die Unterstützung des Bevölkerungsschutzes bei der Corona-Pandemie, zusammen. 3000 Einsatzstunden verzeichnet die Feuerwehr Kalletal hier. Hinzu kommen 21 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen, acht Brandsicherheitswachen, also der Bereitschaftsdienst bei Veranstaltungen, und ein Fehlalarm. Die meisten Einsätze – 136 an der Zahl – gab es übrigens in Hohenhausen, die wenigsten mit 38 in Varenholz-Stemmen. „Zunächst wurde 2020 auch in gewohnter Form Brandschutzaufklärung, zum Beispiel in Unternehmen und Vereinen, betrieben", berichtet Udo Knaup. „Bis Corona dann alles auf den Kopf stellte."

Bei einem Scheunenbrand in Erder im April vergangenen Jahres waren 40 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kalletal im Einsatz. Das dort eingelagerte Heu hatte sich entflammt. - © Fotorechte: Freiwillige Feuerwehr Kalletal
Bei einem Scheunenbrand in Erder im April vergangenen Jahres waren 40 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kalletal im Einsatz. Das dort eingelagerte Heu hatte sich entflammt. (© Fotorechte: Freiwillige Feuerwehr Kalletal)

Auch die Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Grundschulen konnte dann nicht mehr stattfinden. Gemeinsam mit der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt habe die Freiwillige Feuerwehr Arbeitsblätter für die Grundschulen zur Verfügung gestellt. Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes seien außerdem Beratungstermine mit Bauherren und regelmäßige Begehungen der Flüchtlingsunterkünfte unternommen und Flucht- und Rettungspläne erstellt worden. Auch um die eigene Ausbildung hat sich die Freiwillige Feuerwehr gekümmert, denn zu den aktiven Einsatzkräften kommen die Mitglieder der Jugend- und Kinderfeuerwehr.

Und auch weitergebildet haben sich die Mitglieder trotz Corona. Insgesamt 279 haben Ausbildungen auf Gemeindeebene, 18 Mitglieder haben Lehrgänge auf Kreisebene besucht. „Die Ausbildung auf Landesebene hat stark gelitten", erklärt Udo Knaup. Das meiste habe als Online-Seminar stattgefunden. Zum 29. Januar standen außerdem 36 Beförderungen an. Insgesamt sei die Feuerwehr laut Udo Knaup eine leistungsfähige Einheit, die gute Arbeit leistet. Stetig müsse aber vor allem in die Nachwuchsarbeit investiert werden.

Feuerwehrbedarfsplan wird fortgeschrieben

Der Feuerwehrbedarfsplan sichert die Leistungsfähigkeit der Wehr vor Ort. Erarbeitet wurde die Fortschreibung für die nächsten fünf Jahre von der Kommunal-Agentur NRW. Tenor: Die Standorte müssen aufgerüstet werden, es fehlen Regelungen für den Winterdienst, Lagerflächen seien zu gering und etliche Fahrzeuge müssen bis 2026 ersetzt werden. Grüne und SPD stimmten der Fortschreibung im Sozialausschuss zu. Zudem stellten sie den Antrag, Förderungen für den Neubau des Gerätehauses in Talle zu beantragen. Bürgermeister Mario Hecker betonte, dass die Gemeinde bereits mehr als drei Millionen Euro in die Realisierung des aktuellen Brandschutzbedarfsplans gesteckt habe.

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