Riesenchance für Lippe: Klinikum wird Uni-Klinik

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Teil des Uni-Klinikverbundes: Studenten der künftigen Bielefelder medizinischen Fakultät werden zukünftig in Lemgo und Detmold forschen und klinisch ausgebildet. - © Archivfoto: Bernhard Preuss
Teil des Uni-Klinikverbundes: Studenten der künftigen Bielefelder medizinischen Fakultät werden zukünftig in Lemgo und Detmold forschen und klinisch ausgebildet. (© Archivfoto: Bernhard Preuss)

Detmold/Bielefeld. Die Entscheidung steht: Die Universität Bielefeld wird für den Aufbau der medizinischen Fakultät mit dem Klinikum Lippe, dem evangelischen Klinikum Bethel und dem städtischen Klinikum Bielefeld das Universitätsklinikum OWL aufbauen. Mit der medizinischen Fakultät in Bielefeld soll der Ärztemangel in OWL bekämpft werden. Die ersten Studenten sollen 2021 starten. Das Klinikum Lippe hat für heute Nachmittag zu einer Pressekonferenz eingeladen.

In der ersten Phase des Auswahlverfahrens hat die Hochschule drei Krankenhausträger aus OWL gesucht, die das Fächerspektrum für angehende Ärzte sicherstellen und möglichst breit in der klinischen Forschung aktiv sind. In dem Vergabeverfahren ist ein Ranking der Bewerber erstellt worden: 1. Platz: Evangelisches Klinikum Bethel, 2. Platz: Klinikum Bielefeld, 3. Platz: Klinikum Lippe, 4. Platz: katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen, 5. Platz: St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn.

In drei Jahren sollen die ersten Studenten mit ihrem Medizinstudium an der Universität Bielefeld beginnen. Weil die Universität selbst kein Universitätsklinikum betreiben möchte, werden Kooperationspartner gesucht. „Für das Universitätsklinikum OWL benötigen wir die fachliche Breite, um medizinische Ausbildung und klinische Forschung sicherzustellen. Dafür starten wir mit der Auswahl von drei ersten Partnern", erklärt Rektor Gerhard Sagerer.

Nach der Bekanntgabe der drei ersten Partner startet die Universität jetzt in die Verhandlungen mit den drei Krankenhäusern in Detmold und Bielefeld. In weiteren Phasen wird die Universität laut Sagerer weitere Partner suchen, um das Fächerspektrum zu erweitern. „Alle ausgewählten Kliniken sollen den Start des Medizinstudiums 2021 sicher stellen."

Die Universität wird nach Angaben des Aufbaukoordinators Frank Lohkamp mit mehr als 24 Fachabteilungen in Krankenhäusern kooperieren. Regionalproporz werde bei der Auswahl dieser Kliniken keine Rolle spielen, sagt Sagerer. „Entscheidend ist die Qualität von Forschung und Lehre."

Westfalen-Lippes Ärztekammer-Präsident Theo Windhorst ist mit der Auswahl der Krankenhäuser zufrieden: „Die Universität hat drei große Maximalversorger ausgewählt, die bereits zeigen, dass sie auch in der Forschung aktiv sind." Mit den beiden großen Kliniken in Bielefeld könne die Universität einen Medizincampus bilden, der die zentrale Ausbildung der angehenden Ärzte sicherstellt, ergänzt Windhorst. Mit dem Klinikum Lippe sei zudem die dezentrale Ausbildung der Ärzte sichergestellt.

„Das Klinikum Lippe zeigt wie kein anderes Krankenhaus in der Region, wie gut die sektorübergreifende Versorgung von Patienten stationär und ambulant funktionieren kann, vor allem in der Geriatrie."

Wichtig ist laut Windhorst, dass neben den drei großen Krankenhäusern im zweiten Schritt des Vergabenverfahrens kleinere Häuser zum Zuge kommen, damit die Medizinstudenten auch die alltägliche Versorgung in der Peripherie kennen lernen. „Medzinstudenten müssen auch mal eine normale Geburt erleben, einen Leistenbruch bei einem Patienten ertasten und mit aufgeregten Eltern sprechen, die ihr Kind in die Notaufnahme bringen. Nur so lernen sie den Alltag eines Arztes kennen", sagt Windhorst.

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