CDU kritisiert Landrat beim Thema Gauseköte

Erol Kamisli

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Die Gauseköte ist seit Januar 2019 für den Verkehr gesperrt. - © Bernhard Preuss
Die Gauseköte ist seit Januar 2019 für den Verkehr gesperrt. (© Bernhard Preuss)

Kreis Lippe. Der Streit um die Sperrung der Gauseköte (L937) wird immer mehr zum Wahlkampfthema für die anstehende Kommunalwahl. Im Schatten von Schlangens CDU-Chef und Bürgermeisterkandidat Marcus Püster liefern sich die Landratskandidaten von CDU, Jens Gnisa, und SPD-Amtsinhaber Dr. Axel Lehmann ein Verbalduell.

„Die Menschen vor Ort vermissen sachliche Informationen, das Bemühen um Lösungen für die sie belastende Straßensperrung, transparente Entscheidungen sowie aktuelle und verlässliche Zeitangaben", betont Püster. Gemeinsam mit Gnisa, der als Kandidat in der CDU-Mitgliederversammlung bestätigt werden soll, fordert er Land und Kreis auf, sich mit der Lage vor Ort vertraut zu machen und die Situation für die Menschen zu erleichtern.

Die Christdemokraten kündigen für Ende Februar eine Bürgerversammlung an, zu der sie den Landrat ebenso wie Vertreter von Straßen.NRW, des Ministeriums und der britischen Streitkräfte einladen wollen. „Wir erwarten Antworten auf die drängenden Fragen hier vor Ort", erklärt Gnisa. „Warum zieht sich das Projekt so lange hin? Warum kann die Gauseköte nicht wenigstens einspurig befahren werden? Warum spricht der Landrat nicht mit den Briten über eine zumindest zeitweise Öffnung der Sennerandstraße?"

Die Bedeutung der L937 sei immens hoch für Pendler, und auch für die Wirtschaft sei sie eine bedeutende Lebensader. Zugleich sei die Sanierung der Gauseköte kein Routinefall. „Dies erfordert eine engagierte Begleitung – auch durch die Verwaltungsspitzen auf Kreis- und Landesebene, um Lösungen für die Betroffenen zu finden", betont Gnisa.

Heftige Kritik von Dr. Axel Lehmann

Heftige Kritik an den Äußerungen des CDU-Kandidaten kommt von Landrat Dr. Axel Lehmann. Er könne nicht nachvollziehen, dass „die CDU das Thema Gauseköte zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert", so Lehmann. „Die Gauseköte ist eine Landesstraße. Baumaßnahmen liegen dort deshalb in der Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßen.NRW – Zeitplanung inklusive. Wer dann versucht, Dritte – in diesem Fall den Kreis – für die schwierige Situation verantwortlich zu machen, handelt unredlich oder ist schlecht informiert", so Lehmann.

Auch die Forderung von Gnisa, dass der Landrat Gespräche mit den Briten zur Öffnung der Sennerandstraße in Angriff nehmen solle, zeuge von Unkenntnis, so Lehmann: „Ich habe die Briten bereits 2019 aufgefordert, die Straße wegen der Sperrung der Gauseköte häufiger für Pendler zu öffnen. Dieses Ansinnen ist mehrfach abgelehnt worden. So zu tun, als hätte es diese Gespräche nicht gegeben, ignoriert bewusst oder unbewusst die Fakten."

Den Frust der Bürger über die Sperrung der Gauseköte und insbesondere über die Zeit der weitgehenden Tatenlosigkeit von Straßen.NRW zwischen 2015 und 2019 könne er gut nachvollziehen. „Der Kreis Lippe und ich als Landrat sind als Untere Naturschutzbehörde bei einer baulichen Sanierung nur als Genehmigungsbehörde im Boot. In dieser Funktion haben wir den Sanierungsplänen zugestimmt", so Lehmann. Der Kreis blockiere die Sanierung und Wiedereröffnung der Gauseköte keinesfalls, sondern unterstütze diese in seinem Zuständigkeitsbereich.

Landrat lädt Verkehrsminister ein

„Für die lokalen Gewerbe ist mit der Gauseköte eine wichtige Verkehrsader abgeschnitten. Auch dieses Problem möchte ich im Gespräch mit Verkehrsminister Wüst erörtern und eine schnelle Lösung erreichen", erklärt Lehmann in einer weiteren Pressemitteilung am Freitag. Deshalb habe er jetzt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst eingeladen, um sich vor Ort in Lippe oder auch in Düsseldorf zur Lage an der Gauseköte auszutauschen.

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