Mitmach-Roman Teil 5: Welche Rolle spielt Dr. Kesting?

Juliana Szabo

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Wird aus dem Thriller ein Liebesroman? Spielen Außerirdische eine Rolle?  - © Mysticsartdesign/Pixabay
Wird aus dem Thriller ein Liebesroman? Spielen Außerirdische eine Rolle?  (© Mysticsartdesign/Pixabay)

„Sie wissen doch wohl, dass es heute Nacht ein Erdbeben gab und erhebliche Schäden angerichtet hat. Das ist gerade wirklich ein denkbar ungünstiger Moment, um mit Ihnen zu sprechen. Bitte wenden Sie sich doch an meine Sekretärin und vereinbaren Sie mit ihr einen Termin", entgegnete ihm Fredo Pfitzner im barschen Ton.

Jemanden von der Polizei konnte er jetzt wirklich nicht gebrauchen. Wichtiger war es ihm in diesem Moment, den Schaden abzuwägen und zu klären, ob die Versicherung ihm diesen ersetzt. Was dachte sich dieser Schmalhans eigentlich, wer er ist?

In Florian Fuhrmann stieg Wut auf. Diese Art von Typen kannte er nur zu gut. „Herr Pfitzner", versuchte Fuhrmann seinen Missmut zu überspielen, „es ist wirklich dringend. Sicher wird es doch in Ihrem und auch im Interesse der anderen hier Anwesenden sein, der Frage nachzugehen, warum der Platz in der Runde", Flo zeigte auf den leeren Sessel, „nicht besetzt ist."

Fredo warf dem Kripobeamten einen bösen Blick zu. „Warum und weshalb Frau Meyer von Wippermann nicht anwesend ist, ist mir ehrlich gesagt ziemlich scheißegal. Sie wird schon ihre Gründe haben. Vielleicht hat sie sich auch krankgemeldet für heute oder das Erdbeben hat sie verschluckt, wer weiß das schon."

Helfried, sein Anwalt, wandte sich ihm zu und ermahnte Fredo, dass es doch besser sei, der Aufforderung Fuhrmanns nachzugehen. Er würde sich hier der Sache schon annehmen und ihm dann später berichten. Außerdem würde es sicher nicht lange dauern. Pfitzner gab sich scheinbar geschlagen. „Wenn Sie mich bitte kurz entschuldigen würden", wandte er sich seinen Mitarbeitern im Konferenzraum zu. Flo hätte am liebsten einmal quer durch den Raum gekotzt, als der dickliche, kleine Mann mit seiner Halbglatze und dem für seinen Geschmack viel zu aufgesetzten Designer-Anzug sich in Richtung Tür bewegte.

XY - © Bildrechte: Juliana Szabo
XY (© Bildrechte: Juliana Szabo)

Indes war Angela auf dem Weg zu den toten Fischen. In ihrem Auto war noch immer der angenehme Geruch von Jens Richter zu vernehmen und ein Grinsen machte sich in ihrem Gesicht breit, als das Handy klingelte. Es war Jake. „Jetzt nicht", sprach sie zu sich selbst und drückte den Anruf weg.

Sie bog gerade in die letzte Kurve, bevor es links zum Hauptparkplatz des Stausees geht, als sie am rechten Straßenrand ein Reh entdeckte. Schnell legte Angela eine Vollbremsung hin. Die zweite an diesem Tag. Doch ehe das Tier zu einem Sprung Richtung Auto ansetzen konnte, kippte es, wie von einem Schuss getroffen, einfach um.

Angela hielt ihren Fuß weiter auf die Bremse, betätigte schnell die Warnblinkanlage und kam einige Meter später zum Stehen. „Was ist hier los?", murmelte sie, als sie wenige Augenblicke später das Reh inspizierte und keinerlei Spuren eines Schusses feststellen konnte. Sie griff zu ihrem Handy und wählte eine Nummer.

Wie jeden Morgen fuhr Timo Wünnefeld mit seinem Kollegen Horst Klenke die Kontrollrunde über das Betriebsgelände der Firma Zemtex. Die beiden waren zwei der Betriebsingenieure Fredo Pfitzners. Heute hatte Timo die Order von „Oben" bekommen, einen besonderen Augenmerk auf den Zugangsschacht für die neue unterirdische Kohlendioxid-Entsorgungsanlage zu legen.

Doch zunächst hielt er an einem alten Schuppen an. „Du Horst", sagte er zu seinem Kollegen, „gestern hat Memmo hier wohl seinen Schlüssel vergessen. Ich guck mal, ob ich ihn finde." Horst zuckte mit den Schultern: „Wozu ist dieses olle Ding eigentlich noch gut? Hab mich schon immer gefragt warum der nicht einfach abgerissen wird." – „Glaub, die Jungs vom Fuhrpark zischen hier abends gern mal ihr Bierchen und spielen eine Runde Skat", gab ihm Wünnefeld zur Antwort, während er schon aus dem Unimog stieg. „Muss der Chef ja nicht gleich sehen." „Verstehe", gab Horst lachend zurück.

„Nochmal gut gegangen", dachte Timo so bei sich, als er sich in Richtung Schuppen aufmachte. Denn nur er wusste, dass sich unter diesem Schuppen noch etwas ganz anderes verbarg. Das Klingeln seines Handys hätte er fast überhört. Angela. Das musste wichtig sein...

Teil 4 zum Nachlesen

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Mit einem Erdbeben in Lippe und nahm der LZ-Fortsetzungsroman seinen Auftakt. Seit der ersten Folge aus der Feder von LZ-Redakteur und Autor Sven Koch haben die LZ-Leser ihre Fantasie spielen lassen. Unter ihrer Regie nahm die Geschichte mit mysteriösen Todesfällen von Tieren, einer romantischen Begegnung auf dem Detmolder Nordring und einem grausamen Mord weiter an Fahrt auf. In dieser Woche hat Juliana Szabo das Geschehen weitergesponnen: Unternehmer Fredo Pfitzner bekommt es mit der Polizei zu tun und Tierärztin Angela Kesting macht eine weitere, beunruhigende Entdeckung. „Hat Spaß gemacht und die Fantasie angeregt", schrieb uns die Detmolderin. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.Zum Abschluss der Aktion haut am nächsten Samstag noch einmal Bestseller-Autor Sven Koch in die Tasten.

Unser Dank gilt allen Autoren, die uns in den vergangenen Wochen ihre Fortsetzungsvorschläge geschickt haben. 
Leider war es nicht möglich, an dieser 
Stelle alle Einsendungen zu veröffentlichen. Doch wir ziehen den Hut vor so viel Ideenreichtum!

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