Kreis Lippe. 176 Ideen wurden eingereicht, 30 Konzepte kamen in die zweite Runde, 17 Projekte letztlich ausgewählt. Mit dabei: Das Projekt „Bildungsbrücken OWL". Sieben Millionen Euro fließen damit in die Region. InnoVet nennt sich das Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, dessen Ziel es ist, die Qualität der beruflichen Bildung zu steigern und dabei neue Wege aufzuzeigen. 82 Millionen Euro sind für das Förderprojekt verplant, das über vier Jahre bis Oktober 2024 läuft. Mit dabei sind die Bildungsbrücken OWL, ein Verbundprojekt von vier Partnern: dem Eigenbetrieb Schule des Kreises Lippe, der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, Bildungsfördergesellschaft Lippe Bildung eG und der Technischen Hochschule OWL. Neue Bildungsgänge kreiieren Ziel der Partner ist es, die Bereiche stärker zu vernetzen und Grenzen im bestehenden Bildungssystem zu durchbrechen, um damit auf die Herausforderungen der modernen Wirtschaftswelt zu reagieren. Stichwort: Exzellente Bildung, wie es Projektleiter Prof. Dr. Andreas Welling und Achim Gerling von Lippe Bildung auf dem Campus Lemgo erklären. Dafür will das Team, für das sich 26 Mitarbeiter in Vollzeit einbringen, Brücken zwischen den Akteuren schlagen. Im Fokus stehen dabei die Branchen Elektro, Kunststoff, Metall und Baugewerbe. Gerade der Campus in Lemgo bietet sich dafür an, denn nicht zuletzt auch im neuen Innovation Spin sind Akteure aus unterschiedlichen Branchen eingeladen, sich gemeinsam einzubringen. Das aber, ist Andreas Welling überzeugt, kann nur funktionieren, wenn es die passende Anleitung gebe. Ansonsten bestehe stets die Gefahr, dass sich solch ein Projekt zum reinen Bürogebäude entwickele. Für die kommenden vier Jahre wird sich Bildungsbrücken OWL auf sechs Teilprojekte konzentrieren: Gemeinsame Lernorte sollen dabei etabliert, flexible Bildungskarrieren ermöglicht, internationale Ausrichtungen gefördert und innovative Wege aufgezeigt werden. Außerdem sollen Dienstleistungen für die Bildungsregion erarbeitet werden. Das Ganze wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert und „dann sehen wir mal, was sich bewährt und nach vier Jahren übrig bleibt", wie es Prof. Andreas Welling pragmatisch erklärt und gleich noch Beispiele anfügt: So könnten bestehende Fächer unterschiedlicher Studien- und Ausbildungsgänge ineinandergreifen oder auch Bildungskarrieren flexibler betrachtet werden, um gegebenenfalls neue Bildungsgänge zu etablieren. Gewollt sei es dabei, dass die Grenzen zwischen Hochschule und Ausbildung immer stärker verschwömmen, um die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung zu fördern. Erste Veranstaltungen starten All das will die nächsten Jahre mit vielen Aktionen umgesetzt werden, erste Veranstaltungen sind geplant. So soll es Ende September ein „Dinner for future" geben, um Unternehmen für das Projekt zu sensibilisieren. Im November sind die Bridge Days geplant. Eine Woche werden 20 Azubis aus OWL gemeinsam Ansätze für die berufliche Bildung der Zukunft entwickeln. Im Oktober bereits startet die Ringveranstaltung für Lehrende aus beruflichen und akademischen Bereichen. Innovationsworkshops sind im November für Teilnehmer aus der Metall- und Kunststoff-Branche geplant. Vier Jahre sollen die Bildungsbrücken gebaut werden und auch mit Neuland verbinden. Das Ziel ist weit gesteckt: Aus den Pilotprojekten sollen sich neue Formate entwickeln, die langfristig das berufliche Bildungssystem in ganz Deutschland beeinflussen könnten. www.bildungsbruecken-owl.de