Sprachübersetzer sollen Hemmschwellen nehmen

Meike Groppe

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BUZ: Der Arbeitskreis ASS dankt der Dr. Ritter-Stiftung und überreicht den Einrichtungen der Frauenhilfeinfrastruktur die Sprachübersetzungsgeräte: (von links) Corinna Brase (Klinikum Lippe Detmold), Elke Wachtmann (Kreispolizeibehörde Lippe), Dr. Dorothea Möller (Klinikum Lippe Detmold), Stefanie Nowak-Thormälen (AWO Frauenhaus Lippe), Günther Kuhlemann (Dr. Ritter Stiftung) und Nicole Krüger (Kreis Lippe)(es fehlt Solveig Kloss, Frauenberatungsstelle Alraune e.V.). - © Kreis Lippe
BUZ: Der Arbeitskreis ASS dankt der Dr. Ritter-Stiftung und überreicht den Einrichtungen der Frauenhilfeinfrastruktur die Sprachübersetzungsgeräte: (von links) Corinna Brase (Klinikum Lippe Detmold), Elke Wachtmann (Kreispolizeibehörde Lippe), Dr. Dorothea Möller (Klinikum Lippe Detmold), Stefanie Nowak-Thormälen (AWO Frauenhaus Lippe), Günther Kuhlemann (Dr. Ritter Stiftung) und Nicole Krüger (Kreis Lippe)(es fehlt Solveig Kloss, Frauenberatungsstelle Alraune e.V.). (© Kreis Lippe)

Detmold. Die Frauenberatungsstelle Alraune in Detmold, das AWO-Frauenhaus Lippe und die Frauenklinik des Klinikums Lippe verfügen künftig über jeweils ein hochwertiges Sprachübersetzungsgerät, das helfen soll, Sprachbarrieren in der täglichen Praxis abzubauen.

Die Geräte wurden vom Arbeitskreis Anzeigenunabhängige und vertrauliche Spurensicherung (ASS) im Rahmen des Kooperationsgremiums „Für Lippe gegen häusliche Gewalt" beantragt. Finanziert wurde die Anschaffung von der Dr.-Ritter-Stiftung, die Opfer nach Gewalttaten unterstützt und Gewaltprävention fördert.

Günther Kuhlemann, Vorstand der Stiftung, erklärt in einer Pressemitteilung: „Uns ist die Arbeit des Gremiums seit Jahren bekannt und wir erachten die Arbeit als absolut unterstützenswert, so dass wir auch in diesem Jahr den Antrag positiv bescheiden konnten".

Flyer in arabischer Sprache

Für die Präventionsarbeit im Opferschutz komme dem Gerät im Beratungsalltag eine herausragende Bedeutung zu. Denn damit werde gewährleistet, dass die hilfesuchenden Frauen in ihrer Muttersprache angesprochen werden und die individuellen Hilfsangebote barrierefrei und zielgerichtet gestaltet werden könnten. „Insbesondere durch den Einsatz der Übersetzungsgeräte lassen sich Hemmschwellen abbauen.

Dadurch kann das hilfreiche Angebotsspektrum erweitert werden und direkte und nachsorgende Hilfe schnell dort ankommen, wo sie gebraucht wird", ergänzt Nicole Krüger, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Lippe.

Das Sprachenangebot der Anzeigenunabhängigen und vertraulichen Spurensicherung (ASS) wird außerdem mit einem Flyer in arabischer Sprache ausgebaut. Das Verfahren zur ASS im Klinikum Lippe Detmold ermöglicht es Mädchen und Frauen, nach einer erlebten sexuellen Gewalthandlung neben der medizinischen Versorgung die Spuren der Tat vertraulich für fünf Jahre dort sichern zu lassen. Häufig sehen sich die Betroffenen nicht in der Lage, direkt im Anschluss der Gewalttat diese zur Anzeige zu bringen.

Die ASS gibt Zeit für diesen Schritt und die Möglichkeit, allgemeine Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen sowie in Ruhe eine Entscheidung zu treffen.Im November werden sich im Kreis Lippe weitere Maßnahmen des Kooperationsgremiums „Für Lippe gegen häusliche Gewalt" im Rahmen der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen präsentieren.

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