Falsche App-Tests: Polizei warnt vor Betrugsmasche Job-Scamming

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Blaulicht 3 (© Symbolbild: Pixabay)

Kreis Lippe. Das Angebot klingt verlockend: Geld verdienen mit dem Testen von Apps. Per Kleinanzeige werben die Anbieter im Netz für den praktischen Nebenerwerb. Aber hinter dem Angebot versteckt sich oft eine gefährliche Betrugsmasche, vor der die Polizei Lippe nun warnt.

In den Anzeigen heißes es, man benötigt lediglich ein Smartphone, darauf lädt man eine App für ein Video-Ident-Verfahren herunter, deren Funktionalität man bewertet, anschließend gibt es einen kleinen Obolus. "Das versprochene Geld erhalten die Testerinnen und Tester tatsächlich - und einige Wochen oder Monate später oft eine Strafanzeige", schreibt die Polizei. Denn getestet werde bei dieser Betrugsmasche nicht. Vielmehr werde bei dem vermeintlichen Test ohne das Wissen des Opfers ein Bankkonto eröffnet, das anschließend für kriminelle Zwecke genutzt wird. Einige Lipper seien bereits in die Falle getappt und durch Strafanzeigen überrascht worden.

Job-Scamming greift Daten ab

Beim sogenannten Job-Scamming greifen die Betrüger also mit falschen Stellenanzeigen persönliche Daten ihrer Opfer ab. Erste Informationen werden häufig schon per Email oder während eines Chats zum Beispiel bei Whatsapp abgefragt und damit das Eröffnen eines Bankkontos auf den Namen des Opfers vorbereitet, erklärt die Polizei.

Anstatt eines "App-Tests" durchläuft die betrogene Person unwissentlich ein echtes Video-Ident-Verfahren und verifiziert damit selbst die Eröffnung des Kontos. Die Kriminellen haben vollen Zugriff auf dieses Konto und nutzen es für ihre Machenschaften, so dass die Opfer ungewollt zu Täterinnen und Tätern werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Strafverfahrens wegen Geldwäsche ist hoch, da die Banken verpflichtend sind, verdächtige Transaktionen anzuzeigen.

Nicht immer benutzen die Job-Scammer den App-Test als Ausrede. In anderen Fällen von scheinbar normalen Stellenanzeigen fordert der vermeintliche neue Arbeitgeber seine Opfer zu einem Online-Bewerbungsverfahren auf. Um die Identität der sich bewerbenden Person zu bestätigen, müsse sie sich über ein Video-Ident-Verfahren einer Bank ausweisen, wird dann behauptet. Im Ergebnis werden auch hier die Konten zum Beispiel zur Geldwäsche, für Romance Scamming oder Bestellbetrügereien verwendet. Beschuldigt werden anschließend die Opfer des Betrugs.

Die Polizei warnt deshalb: Lehnen Sie testweise Kontoeröffnungen per Video-Ident-Verfahren für App-Tests oder in Bewerbungsverfahren stets ab! Verschicken sie auch keine Fotos von Ausweispapieren während eines Bewerbungsverfahrens an Unbekannte. Erstatten Sie unbedingt Anzeige, wenn Sie ein solches Verfahren durchlaufen haben.

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