Kreis Lippe. Die Symbolik ist klar, der Slogan eingängig. „Besser ohne Messer“ lautet der Satz, der auch in diesem Jahr wieder in diversen Sprachen von Plakaten auf Lippes Weihnachtsmärkten zu lesen sein wird. Seit dem Messeranschlag auf einem Volksfest in Solingen im August 2024 gilt in Lippe und auf allen Weihnachtsmärkten bundesweit ein striktes Messerverbot - das heißt: Wer ein Taschenmesser oder Ähnliches dabei hat, macht sich strafbar. Die Kreispolizeibehörde Lippe setzt daher mit Nachdruck auf Präventionsarbeit. Aber was bringen einfache Plakate mit Verbotssymbolik überhaupt? Nach Angaben der Kreispolizeibehörde Lippe besteht das Ziel der landesweiten Kampagne vor allem darin, junge Menschen für die Gefahren von Messergewalt zu sensibilisieren. Und das scheint aus polizeilicher Sicht zu funktionieren. Botschaft Teil des öffentlichen Diskurses Ein wichtiger Erfolg sei daher, dass die Aktion bereits vergangenes Jahr für Gesprächsstoff gesorgt hätte. „Wir halten deshalb weiterhin daran fest, die Kampagne und ihre Botschaft mit Plakaten und weiteren Präventionsmaßnahmen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen“, teilt Nina Ehm, Sprecherin der Polizei Lippe, mit. Mit ein paar Plakaten ist die Arbeit auf den hiesigen Weihnachtsmärkten aber längst nicht getan. „Die Polizei wird Präsenz auf den Märkten zeigen und stichpunktartige Taschen- und auch Personenkontrollen – auch ohne konkreten Anlass – durchführen“, sagt Ehm. Genau auf dieser Strategie lag bereits in der Adventszeit 2024 der Fokus. Mit entsprechenden Kontrollen und der Botschaft #BesserohneMesser gehe es daher jetzt schon auf der Andreasmesse in Detmold los. Polizei hält Weihnachtsmärkte in Lippe für sicher Für die lippische Polizei habe die „Sicherheit auf den lippischen Weihnachtsmärkten höchste Priorität“, sagt Sprecherin Nina Ehm. „Wir arbeiten eng mit anderen Sicherheitsbehörden sowie den Kommunen zusammen, um potenziellen Gefahren proaktiv vorzubeugen.“ Aktuell gebe es keine Hinweise auf konkrete Gefahren für Weihnachtsmärkte in Lippe. Eine 100-prozentige Sicherheit könne zwar niemand garantieren, heißt es, aber aus polizeilicher Sicht spricht nichts gegen einen entspannten Weihnachtsmarktbesuch hier in der Region. Ehm: „Wir setzen alles daran, dass die Menschen in Lippe die Weihnachtszeit in vollen Zügen genießen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen.“ Wie aber wirkt sich das Messerverbot eigentlich auf den Weihnachtsmarktalltag samt Verkauf aus? Wer an einem Stand ein Küchenmesser erwerben will, kann dies nach wie vor tun. Laut Polizei sind die Händler allerdings dazu aufgefordert, ihre Stände so zu sichern, keinen unbefugten Zugriff auf die Verkaufsmesser zu ermöglichen. „Des Weiteren sind verkaufte Messer für den Transport ordentlich zu verpacken“, erklärt die Polizeisprecherin. Auch Jäger dürfen kein Messer tragen Darüber hinaus habe sich jeder Mensch an das Messerverbot zu halten - das gilt laut Polizei auch für Jägerinnen und Jäger. Diese hätten beim Besuch eines Weihnachtsmarktes keine „Sonderrechte“, schreibt die Sprecherin. Als „normale Weihnachtsmarktbesucher“ führten die das Messer nämlich nicht im Zusammenhang mit der Jagd mit sich, was grundsätzlich als Ausnahme gelten würde. Das heißt, auch ein „normales Taschenmesser“ sei für Jäger genau wie für jeden anderen Besucher tabu. Wer gegen die Messerverbotszonen auf Weihnachtsmärkten verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen. Die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät auch abseits des Messerverbots dringend davon ab, jegliche Waffen mit sich zu führen - genauso wenig für Verteidigungszwecke. Dieses vermeintliche Sicherheitsgefühl sei ein Trugschluss, der letztendlich nur weitere Gefahren berge. Für ein besseres Gefühl im öffentlichen Raum empfiehlt die Polizei dagegen, einen sogenannten „Schrillalarm“ bei sich zu tragen, der auf Knopfdruck mit einem lauten Ton Umstehende auf Gefahrensituationen aufmerksam machen könne. Was die Weihnachtsmärkte in Lippe angeht, wird die Polizei verstärkt Präsenz zeigen.