Kreis Lippe. Am Sonntagnachmittag hatte das NRW-Schulministerium angeordnet, dass am Montag landesweit kein Unterricht in Präsenz stattfinden werde. „Stattdessen sollen die Schulen Distanzunterricht durchführen“, heißt es in der entsprechenden Schulmail des Ministeriums. Für Schülerinnen und Schüler, die die Mitteilung nicht mehr rechtzeitig erreicht habe, sei eine angemessene Beaufsichtigung einzurichten. Doch sowohl an der Detmold Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) wie auch der Grundschule Heidenoldendorf hatte sich kein einziger Schüler ins Schulgebäude verirrt. Das gleiche Bild an der Gesamtschule in Aspe (Bad Salzuflen) und am Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo. Christoph Trappe, Schulleiter der GSG, hielt die Anordnung des Ministeriums für fürsorglich, es sollten keine unnötigen Risiken eingegangen werden. Einige Lehrer aus der näheren Umgebung seien vorsichtshalber am Morgen in die Schule gekommen, doch die Informationen seien rechtzeitig bei den Eltern angekommen. „Das lief alles ziemlich geräuschlos ab.“ Ein Elternanruf habe ihn am Montagmorgen erreicht. Die Schüler hätten Aufgaben über die Schulplattform „IServ“ erhalten, denn Distanzunterricht sei ja eben kein Unterrichtsausfall. Auch an der Grundschule Heidenoldendorf habe „das System sehr gut funktioniert, die Kommunikation mit den Eltern war top“, lobte Schulleiterin Maria Becker – auch wenn die Technik zwischendurch überlastet gewesen wäre. Zu Schulbeginn seien auch hier einige Lehrer aus der Nähe sicherheitshalber für eine Notbetreuung anwesend gewesen, hätten aber frühzeitig wieder in die Distanz wechseln können. Die Grundschüler hätten Aufgaben in ihren Arbeitsheften bekommen. Lehrer und Schulleiter, die die Corona-Pandemie in ihrer Laufbahn mitgemacht haben, seien schließlich einiges gewöhnt, erinnert sich Becker an die Zeit dauerhaften Distanzunterrichts. Digitale Möglichkeiten testen Genauso sah es auch Oliver Dudek von der Gesamtschule in Aspe. Strukturen und Kommunikationswege seien eingeübt und würden auch im normalen Unterrichtsalltag angewendet. Nachdem am Freitag etwa die Hälfte der Schüler gekommen war, blieben am Montag alle zu Hause. Viele Kolleginnen und Kollegen hätten Aufgaben verschickt, teils gab es Videokonferenzen in Lerngruppen. Die Teilnahmequote dort, wurde Dudek gespiegelt, habe bei 50 bis 70 Prozent gelegen. Wer es nicht geschafft habe, dem werde kein Strick draus gedreht. Man wisse ja nicht, woran es gehapert habe, auch Technikprobleme seien denkbar, sagte Dudek. Auch am Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo wurde laut Direktor Markus Herrmuth auf Aufgaben, Videoschalten & Co. zurückgegriffen. Dafür entscheide jede Lehrkraft selbst, erklärte der Schulleiter. Schüler, die die Nachricht vom Distanzunterricht verpasst hatte, kamen nicht – ebenso wie an der Karla-Raveh-Gesamtschule. Hier war laut Leiter Bernd Hendig zwar eine Betreuung vorgehalten, aber dann nicht in Anspruch genommen worden. Ansonsten berichtete Hendig: „Alle Kolleginnen und Kollegen führen heute Distanzunterricht durch.“ Die Methoden seien bekannt und einübt, und wer sie von den Schülern nicht mehr beherrsche, könne den Montag als Chance sehen, zu üben und neue digitale Möglichkeiten auszuprobieren.